Das Brett

Ein gläubiger Muslim bekam durch Allahs Gnade einen Sohn geschenkt. Er erzog ihn gemäß dem Koran in der Hoffnung er werde den Glauben ebenso achten und folgen wie er selbst. Jedoch je älter sein Sohn wurde, desto mehr verfiel er Scheitan. Er trank und verspielte sein Geld, verrichtete sein Gebet nicht mehr und achtete sonst nicht mehr auf Allahs Gesetzte.

Eines Tages nahm der Mann seinen Sohn beiseite und sagte ihm: „Höre mein Sohn, du bist nun alt genug die Verantwortung für dich selbst zu tragen und zu wissen was richtig und was falsch ist. Ich kann dir nichts mehr beibringen was du nicht schon weißt. Daher gebe ich dir noch einen Rat zum Glauben zurückzukehren.“ Er brachte ein breites großes Holzbrett und legte es an die Wand. „Dieses Brett symbolisiert deine Seele. Schlage bei jeder Sünde einen Nagel in das Brett, und wenn du der Sünde überdrüssig bist, verrichte gute Taten und für jede gute Tat reiße einen Nagel wieder heraus.“

Der Sohn, der neugierig war, tat wie ihm aufgetragen war. Einige Zeit später, als er wieder mal vom Zechen und spielen heimkam, schlug er wieder die Nägel des Tages in das Brett. Am nächsten Tag, als er wieder klar bei Sinnen war, ging er hinaus und betrachtete das Brett genauer. Ihm fiel auf, das dass Brett fast nicht mehr zu sehen war und die Nägel es bald ganz verdecken würden und sprach: „Oh Allah, wenn meine Sünden meine Seele ebenso verdunkeln, was wird dann von mir übrigbleiben. Was werden die Menschen sehen, wenn sie mich betrachten?“ Mit der Furcht, das seine Seele irgendwann ebenso schwer mit Sünden sein wird wie das Brett mit Nägeln, gelobte er Scheitan zu verachten und den Koran zu befolgen. Er verwarf den Alkohol und vergaß seine Spielerfreunde, widmete sich mehr dem Gebet und zog für jede gute Tat einen Nagel aus dem Brett. Nach einiger Zeit zog er den letzten Nagel aus dem Brett und rief seinen Vater. „Vater, sieh! Ich habe den letzten Nagel herausgezogen und mich mit meinen guten Taten von meine Sünden befreit. Inscha’Allah ist meine Seele nun ebenso von Allahs Gnade beschienen wie das Brett von der Sonne ohne die Nägel dazwischen. „Mein Sohn!“ sagte der Vater, „Du hast den rechten Weg gefunden und ich bin stolz auf dich. Aber, sieh dir nun das Brett an wie es nun aussieht…“

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