Bedeutung des Ankettens der Teufel im Ramadan

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Gibt es im Ramadân Satane oder Einflüsterungen?

Titel: Gibt es im Ramadân Satane oder Einflüsterungen?

Frage: As-Salâmu alaikum wa rahmatu-llâhi wa barakâtuh!

Gibt es im Ramadân Satane oder Einflüsterungen? Denn ich fühle, dass etwas im Inneren das Gegenteil von dem sagt, was ich denke und woran ich glaube. Ist dies die Seele, die mit Nachdruck das Böse gebietet? Ich weiß das nicht. Aber diese Sache belästigt mich sehr und ich fürchte, dass ich Allâh erzürne.

Ich habe geglaubt, dass diese Einflüsterungen im Ramadân verschwinden. Jedoch verschwanden sie nicht. Was soll ich nun tun? Ich fühle, dass es innerlich eine ganz andere Person als mich gibt.

Antwort: Im Namen Allâhs des Allerbarmers des Allbarmherzigen!

Geehrte Schwester, As-Salâmu alaikum wa rahmatu-llâhi wa barakâtuh!

Und nun zur Frage:

Es wurde vom Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  überliefert, dass er sagte: „Wenn Ramadân beginnt, werden die Tore des Paradieses geöffnet, die Tore des Höllenfeuers geschlossen und die Satane in Ketten gefesselt.“ (Überliefert von Al-Buchârî und Muslim). Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  teilte also mit, dass die Satane in Ketten und Fesseln gelegt werden. Das Richtige lautet, dass dieser Hadîth gemäß dem wörtlichen Sinn interpretiert wird und die Satane auch an der Hegemonie über die Kinder Adams durch Verführung und Irreführung gehindert werden.

Trotzdem wird der Mensch im Monat Ramadân von den Einflüsterungen nicht ausgeschlossen. Wenn nämlich ein Mensch geboren wird, sind mit ihm sein Begleiter aus den Reihen der Dschinn und sein Begleiter aus den Reihen der Engel. Der Begleiter aus den Reihen der Dschinn, und zwar der Satan, fordert ihn zum Bösen auf und hält ihn dazu an. Hingegen hält ihn sein Begleiter aus den Reihen der Engel (Friede sei mit ihnen!) zum Guten an und fordert ihn dazu auf. Muslim überlieferte diesbezüglich einen Hadîth in seiner Sammlung authentischer Hadîthe vom Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken .

Weiß man dies, besteht die Art und Weise des Abwendens der Einflüsterung, die du im Innern findest, in folgenden zahlreichen Angelegenheiten:

Die erste und größte Angelegenheit ist das Flehen zu Allâh und das Vertrauen auf Ihn.
Zweitens: Man soll damit aufhören, sich mit dieser Einflüsterung zu beschäftigen.
Drittens: Zufluchtsuche bei Allâh vor dem verfluchten Satan.
Viertens: Rezitiere folgende Worte Allâhs des Erhabenen!: „Er ist der Erste und der Letzte, der Offenbare und der Verborgene. Und Er weiß um alles.“ (Sûra 57:3)! All dies wurde in authentischen Hadîthen von unserem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  überliefert, wobei die vierte Angelegenheit von Ibn Abbâs  möge Allah mit ihm zufrieden sein überliefert ist.

Freue dich auch und hoffe auf die Barmherzigkeit Allâhs des Erhabenen! Denn diese Einflüsterung, die du im Inneren findest, beeinträchtigt dich nicht, auch wenn sie sich auf die Angelegenheiten der Glaubensgrundlage sowie auf Allâh den Allmächtigen und Majestätischen bezieht, denn diese Angelegenheiten betreffen den Menschen ohne dessen Willen, wobei er keine Möglichkeit hat, sie von Anfang an abzuwenden. Diese Angelegenheiten befallen sogar Leute, die zu den besten Allâh dem Erhabenen anbetend Dienenden gehören. Einige Prophetengefährten kamen nämlich zum Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  und fragten ihn über die Einflüsterungen, die sie bei der Angelegenheit Allâhs des Erhabenen finden. Da fragte sie der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken »Habt ihr sie gefunden?« Sie antworteten: »Ja!« Da sagte er: »Dies ist eindeutig der Glaube.«“ (Überliefert von Muslim in dessen Sammlung authentischer Hadîthe.)

Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  erklärte ihnen, dass ihr Versuch sich von diesen Einflüsterungen zu befreien und ihre Trauer, dass sich diese Einflüsterungen bei ihnen befinden, ihren eindeutigen und starken Glauben beweisen. Dies ist, aller Lobpreis gebührt Allâh dem Erhabenen, das Gleiche, das dich befällt! Du verabscheust also diese teuflischen Einfälle und versuchst, dich von ihnen zu befreien. Und dies ist, aller Lobpreis gebührt Allâh, ein Beweis für deinen eindeutigen Glauben, wie dies der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  erklärte!

Was nun die fünfte Angelegenheit anbelangt, die dir beim Entfernen von deiner Lage hilft, so handelt es sich um das unablässige Aussprechen der schariatischen Beschwörungsformel, denn die Beschwörungsformel ist ein effektives Heilmittel und eine Heilung der Krankheiten des Körpers und gleichzeitig der Krankheiten des Geistes eines Gläubigen, und zwar gemäß den Worten des Erhabenen: „Und Wir senden vom Qurân hinab, was er Heilmittel und Barmherzigkeit ist für die den Glauben Verinnerlichenden, und nichts mehrt es den Ungerechten außer Verlust.“ (Sûra 17:82). Das arabische Wort Schifâ (Heilmittel) umfasst also beide Angelegenheiten zusammen.

Zu den erprobten guten Beschwörungsformeln gehört, dass du die Eröffnungs-Sûra [Sûra 1], Sûra „Die Aufrichtigkeit [Sûra 112]“, beide Schutz-Sûren [Sûren 113 und 114] und den Al-Kursî-Vers [Sûra 2:255] rezitierst, (symbolisch) in deine Hände speist und mit ihnen über deinen Körper streichst. Du darfst diese Sûren bei einem Wasserbehälter rezitieren, dich mit dessen Wasser reinigen und davon auch trinken, wobei du zusätzlich die folgenden vom Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  geäußerten Formulierungen für das Gedenken Allâhs aussprichst:

1. Ich suche Zuflucht bei den vollkommenen Worten Allâhs vor dem Übel dessen, was Er erschaffen hat!
2. Ich suche Zuflucht bei den vollkommenen Worten Allâhs vor jedem Teufel und jedem giftigen Reptil und vor jedem bösen Blick!
3. Ich suche Zuflucht bei den vollkommenen Worten Allâhs vor Seinem Zorn und Seiner Bestrafung, und vor dem Schlechten Seiner anbetend Dienenden, und vor dem Anstacheln durch Satane und vor deren Erscheinen!
4. Ich suche Zuflucht bei Allâh dem Allhörenden und Allwissenden vor dem verfluchten Satan und vor dessen Verleumdung und dessen üblen Einflüsterungen!

Die Art und Weise des Rezitierens besteht darin, dass du vor dem Wasser rezitierst, wobei du ihm deinen Mund nahe legst und dann nach dem Rezitieren des Qurân-Verses oder des Gedenken Allâhs deinen Speichel ausspeist. Wiederhole diese Beschwörungsformel von Zeit zu Zeit und halte das Rezitieren der Sûra „Die Kuh [Sûra 2]“ und das Gedenken Allâhs am Morgen und am Abend ein!

Wir bitten Allâh darum, dich von jeder Krankheit genesen zu lassen, dir im Diesseits und im Jenseits Wohlergehen zu schenken und dir einen rechtschaffenen Ehemann und gute Nachkommen zu gewähren. Amîn!

Und Allâh verleiht den Erfolg!

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Lest den Quran, denn er wird am Tag der Auferstehung kommen und für seine Gefährten Fürsprache halten

Es wurde berichtet, dass Abu Umama al-Bahili (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: ‚Lest den Quran, denn er wird am Tag der Auferstehung kommen und für seine Gefährten Fürsprache halten.‘“ (Muslim, 804)

Dieser Hadith ist bezeichnend für den Vorzug des Quran-Lesens sowie für die großartige Belohnung, die er mit sich bringt, und er informiert uns darüber, dass er für seine Gefährte am Tag der Auferstehung vermitteln wird, sodass sie das Paradies betreten können.

Es wurde berichtet, dass an-Nawas Ibn Saman (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Ich hörte den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: ‚Der Quran wird am Tag der Auferstehung gebracht, mit seinen Leuten – denjenigen, die in Übereinstimmung mit ihm zu handeln pflegten – angeführt von Surat al-Baqara und Al Imran.‘ Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) verglich sie mit drei Dingen, welche ich danach nicht vergaß. Er (der Prophet) verglich sie mit zwei Wolken oder zwei dunklen Himmeln, zwischen denen Licht ist, oder mit zwei Vogelschwärmen, die denjenigen verteidigen, der sie rezitierte.“ (Muslim, 805)

Und es wurde von Abd-Allah Ibn Amr berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Das Fasten und der Quran werden für einen Menschen am Tag der Auferstehung Fürsprache halten. Das Fasten wird sagen: ‚O Herr, ich hielt ihn vom Essen und von seinen Gelüsten während des Tages ab, so lass mich für ihn Fürsprache halten.‘ Und der Quran wird sagen: ‚Ich hielt ihn vom Schlaf während der Nacht ab, so lass mich für ihn Fürsprache halten.‘ Dann wird es beiden gestattet, Fürsprache zu halten.“ (Ahmad, 6589)

Der Fastende sollte während dieser gesegneten Tage und Nächte oft den Quran rezitieren, denn das Lesen des Qurans im Ramadan ist gegenüber dem Lesen in anderen Monaten etwas Besonderes.

Er sollte das Beste aus seiner Zeit in dem gesegneten Monat machen, in dem Allah den Quran offenbarte.

Das Lesen des Qurans ist in den Nächten des Ramadan etwas Besonderes, denn die Nacht ist frei von Ablenkungen und es ist leichter, sich zu konzentrieren, sodass man sich auf das Gelesene konzentrieren und versuchen kann, es zu verstehen. Und Allah ist der Eine, Dessen Hilfe wir erflehen.

Es ist bewiesen, dass Jibril (Friede sei auf ihm) sich jede Nacht im Ramadan mit dem Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zu treffen pflegte und den Quran mit ihm studierte. Wenn Dhikr dem Quran zu bevorzugen oder wenn es ihm gleichgestellt wäre, dann hätten sie Dhikr die ganze Zeit rezitiert oder einen Teil der Zeit während ihrer häufigen Treffen. Dieser Hadith zeigt uns, dass es mustahabb ist, den Quran im Ramadan zu studieren und sich dafür zu versammeln und das Lesen des Qurans vor jemandem zu üben, der mehr Ahnung davon hat.

Die rechtschaffenen Salaf dieser Umma pflegten den Quran häufig im Ramadan zu rezitieren. Wenn sie fasteten, saßen sie in den Moschee und sagten: „Lasst uns unser Fasten beschützen und nicht übereinander lästern.“ Sie rezitierten den Quran im Gebet und zu anderen Zeiten.

Uthman (möge Allah mit ihm zufrieden sein) pflegte den kompletten Quran einmal pro Tag zu lesen.

Einige der Salaf pflegten ihn im Qiyam alle drei Nächte zu vervollständigen.

Einige von ihnen pflegten ihn jede siebte Nacht zu vervollständigen und manche in jeder zehnten.

Im Ramadan pflegte ash-Shafai ihn 60-mal zu Zeiten außerhalb des Gebets zu vervollständigen.

Al-Aswad pflegte den ganzen Quran jede zweite Nacht im Ramadan zu lesen.

Qutada pflegte immer den Quran alle sieben Tage zu vervollständigen und im Ramadan alle drei Tage und in den letzten zehn Nächten jede Nacht.

Diese Berichte über die Salaf sind wohl bekannt.

Al-Hafidh Ibn Rajab (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Es wurde berichtet, dass es nicht erlaubt ist, den Quran gewohnheitsmäßig in weniger als drei Tagen zu lesen, doch in Zeiten des Vorzugs, wie in dem Monat Ramadan – insbesondere während der Nächte, in denen die Lailat ul-Qadr erwartet wird – oder an Orten des Vorzugs, wie in Makka für diejenigen, die dort nicht ansässig sind und die dort hingehen, ist es mustahabb, viel im Quran zu lesen und danach zu streben, das Beste aus dem Vorzug des Zeit oder des Ortes zu machen. Dies ist die Ansicht von Ahmad, Ishaq und anderen Imamen und es wird durch die Handlungen anderer bezeugt, wie oben angeführt wurde.“

Derjenige, der den Quran liest, muss die richtige Etikette beachten, einschließlich der aufrichtigen Absicht Allah gegenüber.

● Er sollte im Zustand der Reinheit lesen (d.h. mit Wudu)

● Er sollte Miswak verwenden.

● Er sollte über das, was er liest, nachdenken und nicht hastig sein, vielmehr sollte er mit gemessener Geschwindigkeit lesen und sich auf die Bedeutungen konzentrieren, denn dies hilft dem Lesenden, die Buchstaben korrekt auszusprechen, über die Bedeutungen nachzudenken und sich mit angemessener Demut zu konzentrieren. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „(Dies ist) ein gesegnetes Buch (der Quran), das Wir zu dir hinabgesandt haben, damit sie über seine Zeichen nachsinnen und damit diejenigen bedenken, die Verstand besitzen.“ [38:29]

● Die Etikette des Lesens beinhaltet auch, es nicht zu unterbrechen, um mit jemandem zu reden. Viele Menschen sitzen neben anderen, um zu lesen, und sie unterbrechen das Lesen oft, um mit ihrem Nachbarn zu reden. Das ist nicht angemessen, denn es ist ein unnötiges Abwenden vom Lesen.

● Derjenige, der liest, sollte entsprechend dem Quran handeln, das, was er erlaubt, als halal betrachten, und das, was er verbietet, als haram ansehen, sodass der Quran für ihn am Tag der Auferstehung Zeugnis ablegt und für ihn Fürsprache hält, damit er das Paradies betreten kann.

Und Allah weiß es am besten.

Quelle: Ahkam as-Siyam von al-Fawzan, S. 63