10 Sahaba denen das Paradies versprochen wurde

Die zehn Sahaba, denen zu Lebzeiten bereits das Paradies versprochen wurde sind folgende:

– Abu Bakr as Sidiq (radiALLAHu ‘anhu)
– ‘Umar Ibn Al Khattab (radiALLAHu ‘anhu)

– ‘Uthmaan Ibn ‘Affan (radiALLAHu ‘anhu)

– ‘Ali Ibn Abi Talib (radiALLAHu ‘anhu)

– TalHah Ibn ‘UbaiduLLAH (radiALLAHu ‘anhu)

– Zubayr Ibn ‘Awam (radiALLAHu ‘anhu)

– ‘Abdurrahman Ibn ‘Awf (radiALLAHu ‘anhu)

– Sa’d Ibn Abi Waqqas (radiALLAHu ‘anhu)

– Sa’eed Bin Zayd (radiALLAHu ‘anhu)

– Abu ‘Ubaydah Ibn Al Jarrah (radiALLAHu ‘anhu)

Der Gesandte ALLAHs (ﷺ)
(sallaALLAHu ‘alaihi wa sallam) sagte: “Abu Bakr wird im Paradies sein, ‘Umar wird im Paradies sein, ‘Uthmaan wird im Paradies sein, ‘Ali wird im Paradies sein, Talhah wird im Paradies sein, al-Zubayr wird im Paradies sein, ‘Abdurrahman ibn ‘Awf wird im Paradies sein, Sa’d wird im Paradies sein, Sa’eed wird im Paradies sein, und Abu ‘Ubaydah ibn al-Jarrah wird im Paradies sein.”

(At-Tirmidhi, 3680).

Amir ul-Mu’minin und seine Frau

Wie üblich ging Umar ibn al-Khattab (Allahs Wohlgefallen auf ihm), in der Nacht hinaus, um sich um die Bedürfnisse der Leute zu kümmern, und um sicherzustellen, dass jeder sicher war. Als er an einem offenen Gebiet in al-Madinah vorbeiging, hörte er das Wehklagen einer Frau, das aus einem kleinen armseligen Haus kam, vor dessen Tür ein Mann saß. Umar grüßte ihn, und fragte wie es ihm ging. Der Mann sagte, dass er aus der Wüste gekommen sei, um die Wohltat von Amir ul-Mu’minin (dem Führer der Gläubigen) zu suchen.
Umar fragte ihn nach der Frau und ihren schmerzerfüllten stöhnenden Lauten, und der Mann, nicht wissend, dass er mit dem Führer der Gläubigen sprach, sagte, „Geh weg, möge Allah gnädig mit dir sein, frag nicht nach dem, was dich nichts angeht.“

Doch Umar stellte beharrlich dieselbe Frage, und erklärte sich bereit zu helfen, wenn er konnte. Und so informierte der Mann ihn: „Sie ist meine Frau, die kurz vor der Geburt steht, doch es ist niemand hier, um ihr zu helfen.“
Umar verließ den Mann und eilte rasch nach Hause, trat hinein, und sagte zu seiner Frau Umm Kulthum (Allahs Wohlgefallen auf ihr), „Wirst du den Lohn annehmen, den Allah dir gebracht hat?“ Sie sagte, „Und was ist diese Güte und der Lohn, O Umar?“

Kaum hatte er sie informiert, was geschehen war, trug sie alles zusammen, was sie brauchte, um der Frau bei der Geburt zu helfen, und auch alles was das Neugeborene benötigte. Währenddessen nahm der Führer der Gläubigen einen Topf, etwas Fett und Getreide. Er und seine Frau eilten, bis sie dasselbe schäbige Haus erreichten. Während Umm Kulthum hineinging, um der schwangeren Frau zu helfen, blieb Amir ul-Mu’minin mit dem Mann draußen, und kochte das Essen, das er mitgebracht hatte.

Aus dem Haus rief Umm Kulthum heraus, „O Führer der Gläubigen, gib deinem Gefährten die frohe Botschaft, dass Allah ihn mit einem kleinen Jungen gesegnet hat.“
Der Mann war überrascht herauszufinden, dass es der Führer der Gläubigen war, der mit ihm saß, und mit ihm kochte; und die Frau war ebenfalls erstaunt herauszufinden, dass es die Frau von Amir ul-Mu’minin war, die gekommen war, um sie zu treffen und ihr in ihrem armseligen Haus zu helfen.

[Übersetzung aus dem Englischen; Gems and Jewels von Abdul-Malik Mujahid]

Abu Aql radiAllahu anhu

 

Allah erbarme sich Abu Aql radiAllahu anhu .Er wollte immer unbedingt Shahid werden. Seitdem ich ihn kenne, war er einer der eifrigsten unter den Gefährten des Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) und er war einer der ersten, die sich zum Islam bekannten. (’Umar radiAllahu anhu)

Abu Aql(radiAllahu anhu), der für den Gesandten Allahs(sallAllahu alayhi wa salam) sein Leben und seinen Besitz geopfert, wegen der Liebe zum Gesandten(sallAllahu alayhi wa salam) sein eigenes Leben nicht geschätzt und alles dafür gesetzt hat, um die lichtvollen Worte des Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) zu hören, er ist einer der Muslime, die im Qur-an gelobt werden. Abu Aql(radiAllahu anhu), der zu den Ansar gehörte, war einer der Glücklichen, die die Einladung von unserem Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) ohne jegliches Zögern annahm.

Während die Leute sich für die Da’wa einsetzten und für diesen Dienst wahre Kräfte ausgebildet wurden, erleuchtete er, der Prophet (sallAllahu alayhi wa salam) die Köpfe und Herzen der Muslime mit dem hellen Wasser des Islam. Er (sallAllahu alayhi wa salam), losch einzeln die Irrtümer und die Spuren des Aberglaubens, die von der Zeit der Unwissenheit übrig geblieben waren, denn allgemein waren die Araber ein Volk der Götzendienerei, weswegen sie ihre Kinder nach den Namen der Götzen oder „Der Diener von diesem und jenem Götzen“ zu nennen pflegten.

Der Prophet(sallAllahu alayhi wa salam) setzte sich bei einigen Namensänderungen, die direkten Einfluss auf die Persönlichkeit desjenigen Menschen hatten, das Ziel, jegliche Andeutungen(den Namen betreffend) auf Unglauben auf den Menschen zu verhindern. Die Weisheit lag diesbezüglich darin, dass viele weibliche und männliche Gefährten(radiAllahu anhu), nachdem sie Muslime wurden und sich einen neuen Namen zu geben beabsichtigten, sich auf die oben genannte Absicht wandten.

» Der vorherige Name von Abu Aql nämlich, um zum Sahabi zurückzukommen, hatte die Bedeutung eines Dieners des berühmten Götzen mit dem Namen „Uzza“, er hieß „Abdul-Uzza“.
Das Licht des Iman jedoch hatte Abu Aql so stark erleuchtet, obwohl er zuvor noch eine starke Bindung zu den Götzen hatte, dass er sich sogar für sie zu opfern wagen würde, dass er solch eine Feindseligkeit gegenüber den elenden Dingen der Welt entwickelte, die dafür bekannt waren, statt Allah(subhanahu wa ta ala), dem Erhabenen angebetet zu werden. Der Prophet (sallAllahu alayhi wa salam) erkannte die Empfindungen von Abu Aql und änderte den Namen unseres Sahabis von „Abdul-Uzza“ zu „Abdur-Rahman“ und gab ihm hinzu noch den Spitznamen „’Aduwwul-Awsan“, was soviel bedeutet wie „der Feind der Götzen“.
So wie der Name und Spitzname genau zu Abu Aql passt, kämpfte er zusammen mit dem Gesandten Allahs(subhanahu wa ta ala) bei jeder Schlacht gegen die Götzendiener und nahm an vielen Schlachten teil. In Badr, Uhud, Khandaq und bei jeglicher Schlacht für den Glauben war er ein unerschrockener Mujahid gegenüber dem Gesindel der Götzendiener.

Abu Aql (radiAllahu anhu) war ein opferbereiter Mensch. Er war einer der genügsamen und einer, der seine würde zu schützen wusste. Abu Aql strebte mit seinem Leben und seinem Nafs die Verbreitung des Islams, seine Bekanntheit und sein Erhaltenbleiben an. Sofern ihm die Mittel gegeben waren und er die Möglichkeit hatte, versuchte er stets mit seinem gesamten Besitz was dazu beizutragen. Abu Aql selbst war ein armer Mann, doch hatte er dennoch die Absicht in seinem Herzen gehabt: „Hätte Allah(subhanahu wa ta ala) mir Geld bzw. Besitz gegeben, so hätte ich es gewiss auf Allahs Weg ausgegeben.“. Die Belohnung für diese seine Absicht kam von Zeit zu Zeit auf ihn zu…Unser Prophet(sallAllahu alayhi wa salam) forderte eines Tages bei einer Rede seine Gefährten dazu auf, um Allahs Willen zu spenden. Die Sahaba merkten sofort, dass der Prophet(sallAllahu alayhi wa salam) so etwas nicht einfach so sagen würde und sie erkannten den Wert hierin. Und jeder versuchte so viel wie möglich zu spenden.
Es begannen die reichen Sahaba…
Abdur Rahman Ibn Auf (radiAllahu anhu) teilte seine 8.000 Dirham, die er besaß in zwei und behielt nur eine Hälfte für sich. Als er die andere Hälfte dem Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) übergab, sprach er(sallAllahu alayhi wa salam) folgendes Bittgebet für ihn: „Allah segne das, was du als Spende gegeben hast und auch das, was du zu Hause gelassen hast“.
Mit dem Segen des Bittgebets vermehrte sich sein Vermögen in solch einem Maße, dass als nach seinem Tod jede seiner Frauen 1/8 von dem Vermögen bekommen sollte, diese für jede ca. 160.000 Dirham betrug.
Asim Ibn Adiyy brachte ca. 20t Datteln und übergab sie dem Propheten(sallAllahu alayhi wa salam). Dieser sprach auch für ihn ein Bittgebet.
Nach den Spenden waren die Heuchler eifersüchtig und erstaunt und behaupteten das Spendenverhalten sei nichts als reine Angeberei

Abu Aql(radiAllahu anhu) war ebenfalls dort. Er ging nach Hause und kam mit einer Menge von Datteln wieder. Mit „Oh Gesandter Allahs“ begann er seine Worte „Vorgestern Abend habe ich gegen Bezahlung einen Dattelgarten bewässert. Ich habe 2 Sa’ (ca. 6,24Kg) Datteln verdient. 1 Sa’ habe ich bei meiner Familie gelassen und 1 Sa’ habe ich dir gebracht, damit du es auf Allahs Weg ausgibst“ und übergab so dem Propheten(s) die Datteln. Unser Prophet(sallAllahu alayhi wa salam) sagte zu ihm, er solle die Datteln auf den Boden häufen…

Abu Aql gab von seinen Verdienst das, was in seinen Händen war, nämlich die Hälfte. Er konnte nur so viel machen. Damit hatte er entsprechend seiner Möglichkeiten die größte Hilfe gemacht. Wären seine Hände auch voll mit Datteln, wäre er mit dieser Absicht dazu bereit, die Hälfte zu geben.
Die Heuchler, die das bescheidene Verhalten Abu Aqls im Hintergrund betrachteten, konnten wieder nicht ruhig bleiben. Sie fingen an zu lachen und spotteten über unseren Sahabi: „Damit an Abu Aql zusammen mit den Reichen gedenkt wird, hat er 1 Sa’ Datteln gebracht. Hat Allah die Datteln, die Abu Aql gebracht hat denn überhaupt nötig?“

Abu Aql fühlte sich wegen den Äußerungen der Heuchler angegriffen und wurde traurig, jedoch konnte er den Heuchlern nicht antworten. Während er sich noch in dieser Betrübnis befand, offenbarte Dschibri’il(as) den folgenden Vers: „Diejenigen, die da jene Gläubigen schelten, die freiwillig Almosen geben, wie auch jene, die nichts (zu geben) finden als ihre eigene Leistung, und sie deswegen verhöhnen, denen wird Allah ihren Hohn vergelten, und ihnen wird eine schmerzliche Strafe zuteil sein.“ [9:79]

Während Allah Abu Aql und die anderen Sahabis verteidigte, beschämte Er die Heuchler und ließ sie erbärmlich scheinen.

Nach dem Tod von unseren Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) führte unter den falschen Propheten Musaylima die Oberhand. Ohne Zeit zu verlieren, wollte Abu Bakr (radiAllahu anhu) den Herzlosen ihre Grenzen lehren. Er schickte eine große Streitkraft zu Musaylima. Dieser lebte in einem östlichen Gebiet Arabiens, namens Yamama. In dem Krieg von Yamama hatten viele Sahaba mit gekämpft. Auch Abu Aql nahm in dieser Mujahid-Schlacht teil.Um die Rechnung gegenüber den blinden Feinden von Allah abzugleichen, wurde Abu Aql ungeduldig. Abu Aql war sehr mutig und war der Besitzer eines flinken Körperbaus. Leider wurde er einer der ersten verletzten Mujahid in der Zwischenzeit des Kampfes. Ein Feind feuerte einen Pfeil ab und traf seine Schulter. Der Pfeil verletzte ihn jedoch nicht lebensgefährlich. Seine Linke Hälfte wurde nur gelähmt. Seine Freunde zogen den Pfeil raus und trugen ihn selber zum Zelt.
Es war Vormittag…
In dieser Zeit wurde der Krieg sehr aufgehetzt. Mal schafften die Kräfte der Feinde Druck auszuüben und die Soldaten des Islam zu zerstreuen. Zu der Zeit war Abu Aql so stark verletzt, dass er sich nicht mal bewegen konnte. Er konnte nicht einmal vom Boden aufstehen. Die Muslime flüchteten hin und her. Zur dieser Lage konnte Ma’n Ibn Adiy (radiAllahu anhu) keine Geduld zeigen und schrie zu den Ansar: „Habt Angst vor Allah! Habt Angst vor Allah! Verlasst nicht euern Graben, kehrt zurück zu dem Feind!“ Ma’n beabsichtigte die Muslime dazu anzuspornen, die Feinde anzugreifen: „Kommt auf diese Seite, kommt auf diese Seite“, rief er. Am Ende versammelten sich die Ansar doch:
Abu Aql, der die Stimme von Ma’n gehört hatte, wollte aufstehen, um sich den Ansar anzuschließen, dass er jedoch nicht in der Lage war, auf den Beinen zu stehen, war mehr als nur offensichtlich.
„O Abu Aql, was machst du, du kannst nicht kämpfen.“, riefen einige
„Hört ihr nicht, sie rufen mich“ schrie Abu Aql.
„Sie rufen die Ansar, nicht die Verletzten“, entgegneten sie. Diesbez. sagte Abu Aql folgendes: „Ich bin auch einer von den Ansar, auch wenn ich kriechen muss, werde ich der Einladung Folge leisten und ihnen hinterher gehen.“ Und er raffe sich zusammen und sich den Rücken bindend stellte e sich auf die Beine. Sein Schwert nahm er in seine rechte Hand und rannte zu den Ansar. Er fühlte sich sehr gesund und vergaß seine schmerzende Wunde. Dass die Islamische Armee besiegt werden würde, konnte er sich nicht vorstellen.
Er eiferte seinen Freunden nach und sagte: „O Ansar, kehrt so wieder zurück, wie ihr am Tage von Hunayn zu dem Feind zurückgekehrt seid und gewonnen habt, lasst ihnen kein Auge offen!“
Daraufhin versammelten sich die Ansar und standen den Feinden gegenüber. Mit großem Mut griffen sie den Feind und schlugen und drängten ihn bis zu deren eigenen Gartenwänden. Hier wurde der Kampf immer heftiger und man hörte nur noch Schwerter.
Den Zustand von Abu Aql zu diesem Zeitpunkt beschreibt Abdullah ibn Umar wie folgt: „Mal hat mein Auge Abu Aql erfasst. Sein verletzter Arm hatte sich von seiner Schulter getrennt und fiel auf den Boden. Darüber hinaus hatte er noch 14 tödliche Wunden zu sich gezogen“ Letztlich wurde auch der Feind Allahs, Musaylima getötet.
„Nach der Schlacht bin ich an Abu Aql angelangt, er hatte seine letzten Atemzüge von sich gegeben. Ich sagte: „O Abu Aql““.
Er antwortete mit einer lispelnden Stimme: „Ja, bitte!“ und sofort fragte er nach, wer die Schlacht gewonnen hätte?
„Gute Nachricht für dich“ sagte ich, meine stimme erhebend: „ Allahs Feind wurde besiegt“
Auf die gute Nachricht hob er seinen Finger und konnte noch “Alhamdulillah“ sagen.
Als wir nach Medina zurückkehrten erzählte ich die Geschehnisse meinem Vater. Dieser sagte:

„Allah erbarme sich Abu Aql (radiAllahu anhu). Er wollte immer unbedingt Shahid werden. Seitdem ich ihn kenne, war er einer der eifrigsten unter den Gefährten des Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) und er war einer der ersten, die sich zum Islam bekannten.“

Möge Allah ta ala mit allen Sahaba zufrieden sein.

In dieser schönen Geschichte lernen wir liebe Brüder und Schwestern von der Namensänderung und wie der Prophet(sallAllahu alayhi wa salam) genau vorgegangen ist. Er versuchte jedem Neu-Muslim einen schönen Namen zu geben, der eine Verbindung zu Allah andeutet; so viel Abdul Rahman, Abdul Rahim usw.
Auch lernen wir über den Mut von unserem Sahabi, Abu Aql, der trotz seiner Schmerzen, wie der letzte Satz von ’Umar(radiAllahu anhu) auch sagt unbedingt seinen Mut für Allah beweisen wollte. Er ist ein Vorbild für die Muslime, die heutzutage gar wegen einem Mückenstich die Moscheen meiden und sich der ’Ibada ganz enthalten.
Möge Allah allen Muslimen Standhaftigkeit geben.
Ameen

Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie radiAllahu anhu

Seine Geschichte und seine Erlebnisse beginnen schon in seinen jungen Lebensjahren. Sie beginnt damit, dass er und hunderte andere Mekkaner zu einem Ort außerhalb der Stadt gerufen wurden, um etwas Einmaliges zu erleben. Und zwar dies, dass Khubaib Ibn ³Udayyin(radiAllahu anhu), ein großer Sahabi, der unter die Gefangenschaft der Mekkaner geraten war, hingerichtet werden sollte. Die Masse sollte zur Abschreckung genaustens sehen, wie die Rache der Quraisch sich auf die Muslime auswirkt.

Unser Sahabi war ein großer, starker junger Mann, der durch diese seine Gaben die Möglichkeit hatte, sich durch die Menschenmasse durchzukämpfen, um ganz vorn das Geschehnis zu erleben. Dadurch, dass er nun ganz vorn stand, konnte er auch genau sehen, was die Quraischiten mit dem Gefangenen machten und er konnte auch deutlich hören, was Khubaib Ibn ³Udayyin(radiAllahu anhu) als Antwort auf ihren grausamen Umgang sagte.
Schon auf dem Weg zum geplanten Ort schlugen und misshandelten sie ihn. Sie hatten einen solchen Hass auf ihn, weil der Prophet(sallAllahu alayhi wa salam) den Quraischiten in der Schlacht von Badr eine erniedrigende Lektion erteilt hatte.
Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu) berichtet, dass, als sie am beabsichtigen Platz ankamen, Khubaib Ibn ³Udayyin(radiAllahu anhu) total erschöpft die Quraischiten um einen letzten Wunsch vor seinem Tod bat. Er drehte sich in Richtung der Kaaba und wollte noch zwei letzte Raka’ah verrichten, bevor er diese Welt verlässt. Nach dem Beenden des Gebetes wandte er sich gegen die Quraischiten und sprach: „Bei Allah, wäre es nicht so, dass ihr denkt, ich hätte Angst vor dem Tod, so hätte ich viel länger gebetet.“
Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu) berichtet weiter: „Die Quraischiten haben diesen großartigen Sahabi auf eine grausame Art und Weise getötet: Sie haben von seinem Körper Stück für Stück abgeschlagen, ein Teil nach dem anderen, während er noch lebte.“ Und jedes Mal, bevor es dazu kam, stellten sie immer und immer wieder die gleiche Frage, welche übrigens den gesamten Inhalt der Geschichte von unserem Sahabi prägt: „Wäre es dir nicht lieber, dass Muhammad(sallAllahu alayhi wa salam) an deiner Stelle wäre, während du selbst bei deiner Frau und den Kindern bist?“ Und die Antwort, die Khubaib Ibn ³Udayyin(radiAllahu anhu) gab, die übrigens jeder Muslim, der sich in einer solch ähnlichen Situation befindet sagen muss und das Unterlassen dieser eine großen Sünde ist, war diejenige: „Bei Allah, mir wäre es nicht einmal lieber, dass ich zu Hause mit meiner Familie zusammensitze, während Muhammad(sallAllahu alayhi wa salam) mit einem Nägelchen gestochen wird.“
Sobald er diese Antwort gab, waren die Menschen mehr als nur aufgebracht und sie schrieen: „Tötet ihn, tötet ihn!“ Dies geschah dann auch so., nachdem Khubaib Ibn ³Udayyin(radiAllahu anhu) seine Hände zum Himmel erhob und Allah(subhanahu wa ta ala) bat: „Allahumma ahsihim ‚adada – waqtulhum badada – wa la tughadir minhum ahada – Oh Allah, verringere ihre Anzahl und töte sie allesamt und verschone keinen von ihnen.“

Nachdem dieses Ereignis geschah, gingen alle Quraischiten zurück in ihre Häuser und vergaßen schnell, was zuvor geschehen war. Einer jedoch, der junge Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu), konnte es einfach nicht vergessen; er konnte keinen Augenblick mehr Ruhe finden und hatte sogar in seinen Träumen kein Glück. Auch tagsüber plagte ihn das ständige Denken an Khubaib Ibn ³Udayyin(radiAllahu anhu) und sein Verhalten und er bekam es mit der Angst zu tun, das Allah(subhanahu wa ta ala) ihn dafür bestraft.
Außerdem hatte er von Khubaib Ibn ³Udayyin(radiAllahu anhu) einige Lektionen gelernt: Die erste war, dass das wahre Leben eine richtige Aqida voraussetzt und einen Jihad, eine Anstrengung, die diese Aqida schützt. Die zweite Lektion war, dass ein richtiger Iman, wenn man von ihm vollkommen überzeugt ist, unglaubliche Sachen bewirken kann. Und er lernte auch, dass ein Mann wie der Prophet(sallAllahu alayhi wa salam), der von den Sahaba(radiAllahu anhu) dermaßen geliebt wird, nur ein Prophet sein kann, der die Wahrheit spricht.
So hat Allah(subhanahu wa ta ala) es so gewollt, dass Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu) Muslim wird. Daraufhin ist er zu den Quraischiten gegangen und hat sich von ihren Machenschaften los gesprochen und ist anschließend zum Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) ausgewandert. In Medina ist Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu) lange Zeit beim Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) geblieben und unternahm mit ihm die Schlacht von Khaibar und auch alles, was danach kam. Als der Propheten(s) verstarb, blieb Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu) immer im Dienste der Kalifen(radiAllahu anhu). Er war ein Vorbild für die Gläubigen in ganz Medina, da er Al-Akhira mit Ad-Dunya gekauft hatte und die Liebe zu Allah(subhanahu wa ta ala) bei allen Dingen vorzog. Die Kalifen(radiAllahu anhu), die ihn bestens kannten, wussten nur zu gut bei ihm Rat zu suchen und auch er hielt seinen guten Rat nie zurück und war eine große Hilfe für sie.Eines Tages, nachdem ³Umar(radiAllahu anhu) Kalif wurde, ging unser Sahabi zu ihm und sprach: „O ³Umar, ich gebe dir eine gute Nasihah: Fürchte Allah(subhanahu wa ta ala), in Bezug auf die Verantwortung, die er dir gegeben hat und tue keinen Menschen Unrecht an. Dein Gesagtes darf deinen Taten nicht widersprechen; Die beste Aussage ist nämlich jene, die mit den Taten bestätigt wird. O ³Umar, gib jedem Menschen sein Recht, sei er dir nah oder fern und wünsche ihnen das, was du auch dir und deiner Familie wünschst. Und sprich die Wahrheit und fürchte außer Allah(subhanahu wa ta ala) niemanden.“ Da sprach ³Umar(radiAllahu anhu): „Wer, o Sa³id vermag dies zu tun?“ Er antwortete: „Ein Mann wie du, der von Allah(subhanahu wa ta ala) die Aufgabe bekam, Kalif über die Muslime zu sein.“ ³Umar(radiAllahu anhu) bat Sa³id sodann um das Herrschen über die Stadt Hims, welcher dies ausdrücklich ablehnte. ³Umar(radiAllahu anhu) bestand jedoch: „Bei Allah(t), ihr habt mir diese Verantwortung an den Hals gehängt und wollt mich nun im Stich lassen? Das werde ich nicht zulassen.“ So kam es also dennoch dazu, dass Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu) Herrscher über Hims wurde.

Nachdem eine lange Zeit verstrichen war, kamen eines Tages einige Männer aus dieser Stadt Hims zum Kalifen ³Umar(radiAllahu anhu); dieser sagte zu ihnen: „Ich möchte, dass ihr mir die Namen aller armen Leute aus eurer Stadt niederschreibt, damit ich ihnen etwas vom Staatsgeld geben kann.“ Den Tag darauf kamen diese Männer mit einem Buch, welches alle gewünschten Namen enthielt. Da fing ³Umar(radiAllahu anhu) zu lesen an und stieß nach dutzenden von Namen auf Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu). Da rief ³Umar(radiAllahu anhu), da er sich unsicher war: „Wer ist dieser Sa³id?“ Sie sagten: „Das ist unser Amir.“ Da sprach ³Umar(radiAllahu anhu): „Euer Amir ist ein Faqir – ein armer Mensch?“ Sie sagten: „Ja, so ist es. Bei Allah, es vergehen Tage, ohne das sein Feuer zum Kochen angezündet wird.“ Und in diesem Moment, ohne es zurückhalten zu können, fing ³Umar(radiAllahu anhu) laut zu weinen an, bis sein Bart von den Tränen nass wurde. Und er nahm 1000 Dinare und steckte sie in einen Geldbeutel und übergab den Männern das Geld: „Grüßt von mir Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu) und gebt ihm diesen Beutel und sagt ihm, dass das vom Amir-ul-Mu’minin ist.“
Als diese Männer Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu) das Täschchen überreichten und er merkte, dass sein Inhalt Geld war, schreckte er zurück und sprach: „Inna lillah, wa inna ilayhi raje’oun – Von Allah kommen wir und zu ihm kehren wir zurück!“, als ob ihm etwas Schreckliches geschehen wäre. Seine Frau, die das hörte, kam eilend zu ihm und sagte: „Was ist los Sa³id? Ist Amir-ul-Mu’minin gestorben?“ Er antwortete: „Nein, etwas viel Schlimmeres ist geschehen.“ Sie fragte erneut: „Hat die Muslime ein Unglück getroffen?“ Er antwortete: „Nein etwas noch viel viel Schlimmeres ist geschehen.“ Da entgegnete sie: „Was kann schlimmer sein als dies?“ Er sprach: „Ad-Dunya ist zu mir gekommen, um meine Achira zu zerstören.“ Seine Frau schlug vor: „So werde doch diese Sache los.“, ohne zu wissen, dass es sich um Geld handelte. Er fragte sie: „Wirst du mir dabei helfen?“ Sie antwortete: „Ja!“
Dann nahmen sie das ganze Geld und verteilten dieses gleichmäßig in kleinere Beutel und übergaben es den armen Muslimen.

Eines Tages machte sich ³Umar(radiAllahu anhu) auf den Weg nach Scham um den Schlüssel von Jerusalem zu nehmen. Er kam bei dieser Reise an Hims vorbei.
Hims hatte damals den Spitznamen Kuwaifa, der von dem Namen der Stadt Kufa abgeleitet wird. Kufa war nämlich eine Stadt, deren Einwohner von keinem Herrscher zufrieden gestellt wurden konnte, d.h. sie waren ungeduldig, undankbar und unzufrieden etc. Und da diese Stadt Hims ebenfalls diese Eigenschaften besaß, jedoch in kleinerem Umfang, wurde sie Al-Kuwaifa genannt; quasi eine Verniedlichung von Al-Kufa. Als ³Umar(radiAllahu anhu) nun in Hims ankam, fragte er die Bewohner sogleich als Angewohnheit, um nachzuprüfen, ob die Herrscher, die er erwählt hatte, gerecht waren, wie es also mit ihrem Amir stände. Er wusste genau, dass auch Allah(subhanahu wa ta ala) ihn danach fragen würde. Die Bewohner antworteten direkt: „Wir haben genau 4 Beschwerden über unseren Amir und eine von ihnen ist schlimmer als die andere.“ So schwieg der Kalif zunächst und versammelte am nächsten Morgen alle Bewohner und auch unseren Sahabi Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu). Er sprach zu den Bewohnern: „Nennt mir eure Beschwerden.“Sie antworteten: „Die erste ist, dass unser Amir jeden Morgen erst verspätet zu uns kommt.“
³Umar(radiAllahu anhu) berichtet uns die Geschichte weiter: „Ich sagte: „O Sa³id, du hast die Möglichkeit dich zu verteidigen, was sagst du dazu?“ Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu) antwortete: „Bei Allah, ich habe mir gewünscht, dass dies immer ein Geheimnis bleibt, aber da es jetzt nun nötig ist,. ich persönlich habe keinen Diener, der mir hilft; so stehe ich früh am morgen auf und backe das Brot, mache das Essen für meine Familie und danach bete ich 2 Raka’ah und gehe dann zu den Muslimen.“ So sagte ich zu den Bewohnern: „Dieser Fall ist geklärt, denn euer Amir ist entschuldigt und kann nichts für seine Verspätungen, so nennt mir eure zweite Beschwerde.“

Sie sagten: „Während der Nacht macht er keinem von uns die Tür auf und er antwortet uns nicht einmal.“ Ich wandte mich an Sa³id: „O Sa³id, was willst du nun sagen?“ Er schwieg zunächst und sagte dann: „Bei Allah, auch dies wollte ich geheim halten, aber nun muss ich nachgeben: Ich habe meinen Tag für die Menschen bestimmt und die Nacht für Allah(subhanahu wa ta ala) und möchte mich in der Nacht ganz allein ihm zuwenden.“ Erleichtert fragte ich weiter: „Was ist eure dritte Beschwerde?“

Sie entgegneten: „Einmal im Monat jedoch kommt er gar nicht zu uns raus und keiner von uns hat die Möglichkeit ihn zu kontaktieren.“ So wandte ich mich verwundert an Sa³id, der antwortete: „Bei Allah, ich besitze zum Anziehen nichts Anderes, als das, was ich auch jetzt anhabe. Und einmal im Monat ziehe ich diese Kleidung aus und wasche sie. So muss ich warten, bis sie trocknet und gehe dann erst zu den Menschen.“ Erleichtert fragte ich weiter: „Nennt mir nun eure letzte Beschwerde.“

Sie sagten: „Ab und zu bekommt er einen Nervenzusammenbruch und verliert ganz plötzlich sein Bewusstsein ohne jeglichen Grund.“ Ich sagte zu Sa³id: „O Sa³id, was willst du nun sagen?“ Er antwortete: „Ich habe erlebt, wie Khubaib Ibn ³Udayyin(radiAllahu anhu) umgebracht und schlimmstens misshandelt und gefoltert wurde, während meiner Unwissenheit als Nicht-Muslim. Und ich habe gehört, wie die Quraischiten ihn fragten: „Wäre es dir nicht lieber, dass Muhammad(sallAllahu alayhi wa salam) an deiner Stelle wäre, während du selbst bei deiner Frau und den Kindern bist?“ und er als Antwort daraufhin sagte: „Bei Allah, mir wäre es nicht einmal lieber, dass ich zu Hause mit meiner Familie zusammensitze, während Muhammad(sallAllahu alayhi wa salam) mit einem Nägelchen gestochen wird!“ Und immer, wenn ich daran denke und weiß, dass ich ihm in diesem Moment nicht geholfen habe, denke ich, dass Allah mir niemals verzeiht und verliere augenblicklich mein Bewusstsein.““

Genau in diesem Moment rief ³Umar(radiAllahu anhu) auf: „Alhamdulillah, dass ich nicht enttäuscht wurde und mein Vertrauen und meine Meinung gegenüber Sa³id nicht falsch war.“

Sodann ließ ³Umar(radiAllahu anhu) erneut Tausend Dinare bei Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(r), damit er diese für sich und seine Familie nutzt. Als seine Frau nun das Geld sah, sagte sie: „Alhamdulillah, Allah(subhanahu wa ta ala) hat uns reichlich versorgt, so gehe, o Sa³id und kaufe für uns ein.“ Da entgegnete ihr ihr Mann: „Wäre es dir nicht lieber, wir hätten etwas Besseres als dies?“ Sie fragte: „Und das wäre?“ Er sagte: „Wir geben das Geld jemandem in die Obhut, der uns das zurückerstattet, wenn wir es denn wirklich benötigen.“ Sie fragte verwirrt: „Wie meinst du das?“ Er antwortete: „Wir geben das Geld Allah(subhanahu wa ta ala), dann wird er es uns zurückgeben, wenn wir es am meisten brauchen.“ Seine Frau freute sich über den Gedanken ihres Mannes und war sofort einverstanden.

Sa³id(radiAllahu anhu), der nun die Dinare in kleinere Täschchen verteilt hatte, sagte zu seiner Frau: „Gehe und gib dieser alten Frau dieses Täschchen. und diesen Beutel bekommt dieser arme Mann und seine Familie. und die nächste bekommt der Waise von.“, bis dass alle Täschchen vergeben wurden.

Dies war die kurzgefasste Geschichte von Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu), die uns beschreibt, wie sehr die Sahaba(radiAllahu anhu) den Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) liebten. Nicht einmal im Todesmoment haben sie, wie uns die Geschichte von Khubaib Ibn ³Udayyin(radiAllahu anhu) zeigt, die Liebe zum Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) aufgegeben, obwohl dieser nur etwas aussagen musste, was dem Propheten(sallAllahu alayhi wa salam) im Grunde nicht geschadet hätte.
Jeder von ihnen hat Al-Achira mit der Dunya gekauft und erhoffte sich dadurch Al-Jannah, das Paradies! Den Besitz, den sie hatten, haben sie nicht als Begierde verstanden, sondern als reine Prüfung und sogar als eine Katastrophe.

In dieser Geschichte haben wir auch durch die Frau Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(radiAllahu anhu) gesehen, wie eine muslimische Ehefrau sein sollte. Sie war nämlich eine gehorsame Frau, die den Ratschlägen ihres Mannes folgte und ihn mit Ratschlägen ebenfalls beistand und immer auf seiner Seite war.

Möge Allah ta ala uns einen Rechtschaffenen Partner an unsere Seite geben und unsere liebe für Allah taala und RassoulAllah salallahu alayhi wa salam vermehren!

Allahuma Ameen