Sünden behindern das Wissen

Es besteht kein Zweifel, dass die Sünden und Fehler tiefe Spuren und Folgen in den Herzen der Menschen hinterlassen. Sie hinterlassen gräßliche und schädliche Spuren, welche nicht möglich sind, zu entfernen, außer mit aufrichtiger Reue.

Zu den Spuren der Sünden zählt die Abwendung vom Wissen, weil das Wissen Licht ist, dass Allah ta´aala in das Herz legt, bis die Sünde das Licht auslöscht. Als Imam Shafi’i sich in der Anwesenheit von Imam Malik hinsetzte und vor ihm las,  war Imam Malik in Erstaunen versetzt von seiner Klugheit, seinem Scharfsinn und seinem Verständnis und danach nahm  ihn Imam Malik zur Seite, um ihm zu sagen: „Ich sehe, dass Allah Licht in dein Herz gelegt hat, deswegen erlösche dieses nicht mit der Finsternis der Sünde.“
Einmal beschwerte sich Imam Shafi’i bei Waki, dass er sich die Unterrichte nicht im Gedächtnis behalten könne. Waki gab Imam Shafi’i den Ratschlag, die Sünden zu unterlassen und er sagte: „Wisse, dass Wissen Licht ist und das Licht Allahs keinem Sünder gegeben wird.“
[Ad-dâ Wa’d-Dawâ von Ibn Qayyim al-Jawziyya]

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Über die Härte des Herzens

Der Diener Allahs ist niemals bekümmerter als mit der Strafe der Härte des Herzens und der Abwesenheit von Allah ta´aala. Das Höllenfeuer wurde geschaffen, um die harten Herzen zu erweichen. Die (von Allah) entferntesten Herzen sind die härtesten. Wenn das Herz erhärtet, trocknen die Augen. Die Härte des Herzens stammt von der Übertreibung in 4 Sachen: essen, schlafen, sprechen und Kontakte knüpfen. Wenn der Körper krank wird, kann das Essen und Trinken ihn nicht heilen; Wenn das Herz krank durch Verlangen/ Begierden wird, kann Predigen ihm nicht helfen.

Egal wer danach strebt sein Herz zu reinigen, der lässt ihn dem Vorrang zu Allah über seine Begierden. Die Herzen sind die Gefäße von Allah subhanahu wa ta´aala auf seiner Erde. Die von Ihm am Geliebtesten sind diese (Herzen), die am weichesten, am stärksten und am reinsten sind.
Sie beschäftigen ihre Herzen mit der Dunya (dem Diesseits). Würden sie sie (gemeint ihre Herzen) mit Allah und dem Jenseits beschäftigen, so würden ihre Herzen sich wundern über die Bedeutung Seiner Worte und Seinen klaren Zeichen. Dann würden ihre Herzen zurückkehren zu Dem mit der vollkommensten Weisheit, ein erstaunlicher Nutzen.

[Ibnul-Qayyim al-Jawziyyah rahimaullah; Al-Hijrah Magazin]

Das Beklagen

Ibn al-Qayyim rahimaullah sagte:

„Der Unwissende beklagt sich über Allah bei den Menschen. Dies ist die größte Unwissenheit gegenüber Demjenigen, über Den man sich beklagt, sowie gegenüber dem, bei dem man sich beklagt. Wenn er seinen Herrn kennen würde, hätte er sich nicht über Ihn beklagt, und wenn er die Menschen kennen würde hätte er sich nicht bei ihnen beklagt.

Einer der Salaf sah einen Mann, der sich bei jemandem über seine Armut und Notlage beschwerte, so sagte er: Oh du, bei Allah, nichts hast du hinzugefügt, außer dass du dich über Den beklagst, Der sich deiner erbarmt.

Ebenfalls wurde darüber gesagt:

Wenn du dich beim Sohn Adams beklagst, dann beklagst du dich über den Allerbarmer, bei dem, der sich nicht erbarmt.

Deshalb beklagt sich der Wissende nur bei Allah alleine. Der Meistwissendste ist derjenige, dessen Klage bei Allah über sich selbst ist, nicht über die Menschen, denn somit beklagt er sich über die Ursachen, die dazu führten, dass die Menschen die Gewalt über ihn haben. So schaut er auf die Aussage des Erhabenen:

„Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben.“ [ 42/30 ]

Und Seine Aussage:

„und was dich an Bösem trifft, ist von dir selbst“ [ 4/79 ]

Und Seine Aussage:

„Ist es nicht (so), daß, als euch ein Unglück traf, obwohl ihr (den Feind) mit einem zweimal so großen getroffen hattet, ihr sagtet: „Woher kommt das?“ Sag: Es kommt von euch selbst.“ [ 3/165 ]

Die Stufen sind somit drei:

die Verächtlichste ist, dass man über Allah bei Seiner Schöpfung klagt.
die Höchste ist, dass man sich über sich selbst bei Ihm (Allah) beklagt.
die Mittlere ist, dass man sich bei Ihm (Allah) über Seine Schöpfung beklagt.“

Quelle: Al-Fawaid, Seite 87

Sechs Regeln des Lernens

Ibn al-Qayyim -ALLAHs Barmherzigkeit auf ihm-

sagte: „Es gibt sechs Stufen des Wissens:

1. Fragen auf eine gute Art und Weise stellen.

2. Ruhig bleiben und aufmerksam zuhören.

3. Gut verstehen.

4. Sich alles gut einprägen.

5. Lehren.

6. (und das sind dessen Früchte): dem Wissen entsprechend handeln und sich an dessen Grenzen halten.”

[Miftaah Daar us-Saadah, S.283]

Läuterung des Herzens

„Das Herz wird krank, so wie der Körper krank wird, und seine Heilmittel ist At-Tawbah (Reue) und der Schutz vor Übertretungen. Es wird rostig, so wie Eisen rostet, und seine Klarheit wird durch das Gedenken Allahs erreicht. Es wird nackt, so wie der Körper nackt wird, und seine Verschönerung ist At-Taqwa (Gottesfurcht). Es wird hungrig und durstig, so wie der Körper hungrig und durstig wird, und seine Speise und sein Trank sind Wissen, Liebe (zu Allah und um Seinet willen), Vertrauen auf Allah, Reue und Dienerschaft.“

[Al-Fawaid von Ibn Al-Qayyim al-Jawziyyah rahimahullah]

​Über die Vorzüglichkeit des Besiegens der Begierden. 

al-Allāmah Šams ud-Dīn ibn al-Qayyim [rahimahullāh 691-751 n.H.] schreibt:
„قال قتادة: خلق الله سبحانه الملائكة عقولاً بلا شهوات، وخلق البهائم شهوات بلا عقول، وخلق الإنسان وجعل له عقلًا وشهوة، فمن غلب عقله شهوته فهو مع الملائكة، ومن غلبت شهوته عقله فهو كالبهائم
„Qatāda [rahimahullāh gest. 118 n.H.] sagte: „Allāh ﷻ schuf die Engel mit einem Verstand jedoch ohne Gelüste und Er schuf das Vieh mit Gelüsten jedoch ohne Verstand. Und Er schuf den Menschen und Er gab ihm einen Verstand und Gelüste. Wer nun seinen Verstand über seine Gelüste siegen lässt, der ist mit den Engeln, und wer seinen Verstand besiegen lässt durch seine Gelüste der ist wie das Vieh.“
[Ibn al-Qayyyim, Uddat us-Sābirīn, Band 1, Seite 15]