Die Sonne geht vom Ort ihres Untergangs auf

Eines der großen Zeichen der Stunde: Die Sonne geht vom Ort ihres Untergangs auf 

Frage (Nr. 71201):

Am Nord- und Südpol geht die Sonne für sechs Monate nicht auf und für sechs Monate geht sie dann nicht unter. Die Sonne geht im Osten auf und wenn sie den Westen erreicht, geht sie nicht unter, sondern erneut auf. Dieser Prozess setzt sich für sechs Monate fort. Wie kann man den Hadīth verstehen, in dem es heißt, dass die Sonne vor dem Tag der Abrechnung im Westen aufgehen wird?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allāh.

Die Sonne ist eines der Zeichen Allāhs und Er hat für sie einen Kurs festgelegt, dem sie folgt, und ein System, welches sich nicht ändert. Sie geht jeden Tag im Osten auf, doch wenn Allāh der Welt die Erlaubnis gibt, zu einem Ende zu kommen, und wenn Er die Stunde beginnen lässt, dann wird Er ihr den Befehl geben, im Westen aufzugehen. Zu der Zeit werden alle Menschen gläubig werden und sich der Auferstehung sicher sein, doch ihr Glauben wird ihnen nichts nutzen, außer sie glaubten bereits vorher.

Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „… An dem Tag, da etwas von den Zeichen deines Herrn kommt, nützt einer Seele ihr Glaube nicht, wenn sie nicht schon zuvor geglaubt oder in ihrem Glauben Gutes erworben hat (durch das Verrichten rechtschaffener Taten). “ (6:158)

Al-Bukhāri (#4635) und Muslim (#157) berichteten, dass Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Stunde wird nicht beginnen, bevor nicht die Sonne an ihrem Ort des Untergangs aufgeht. Wenn sie von ihrem Platz des Untergangs aufgeht, werden alle Menschen gläubig sein, doch an jenem Tag `nützt einer Seele ihr Glaube nicht, wenn sie nicht schon zuvor geglaubt ` (6:158).“

Allāh sagt, die Bewegung der Sonne und ihre Unterwerfung unter Allāhs Befehl beschreibend (ungefähre Bedeutung): Und die Sonne läuft zu einem für sie bestimmten Aufenthaltsort. Das ist die Anordnung des Allmächtigen und Allwissenden.“ (36:38).

Dies wird in der Sunnah erläutert. Al-Bukhāri (#3199) berichtete, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) zu Abu Dharr sagte, als die Sonne unterging: „Weißt du, wohin sie geht?“ Er antwortete: „Allāh und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Er sagte: „Sie geht und wirft sich unterhalb des Thrones nieder und sie bittet um Erlaubnis und diese wird ihr gewährt. Doch bald wird sie sich niederwerfen und es wird nicht angenommen werden und sie wird um Erlaubnis bitten und diese wird ihr nicht gewährt. Es wird zu ihr gesagt werden: `Geh dorthin zurück, wo du hergekommen bist.` Und so wird die Sonne an ihrem Platz des Untergangs aufgehen, wie Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): `Und die Sonne läuft zu einem für sie bestimmten Aufenthaltsort. Das ist die Anordnung des Allmächtigen und Allwissenden.`“

Al-Tahhawi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in seinem bekannten Buch al-`Aqīdah: „Wir glauben an die Vorzeichen der Stunde, das Erscheinen des Dajjāl, das Herabsteigen von `Īsa ibn Maryam (Friede sei auf ihm) vom Himmel und wir glauben daran, dass die Sonne im Westen aufgehen wird.“

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Ähnlich reisen die Sonne und der Mond in ihren Umlaufbahnen so, wie es ihnen bestimmt wurde, bis zu einer festgesetzten Zeit, wenn Allāh die Erlaubnis erteilt, dieses Universum zu zerstören. Dann wird die Sonne von ihrem Ort des Untergangs erscheinen, wie in Sahīh al-Bukhāri von Abu Dharr berichtet wurde.“ Dann nannte er den oben erwähnten Hadīth.

„Dieser Hadīth beweist eindeutig, dass die Sonne selber reist, wie auch durch die Verse bestätigt wird, in denen Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):

Und die Sonne läuft zu einem für sie bestimmten Aufenthaltsort.“ (36:38) 

„…ein jedes läuft auf eine festgesetzte Frist zu.“ (39:5) 

„…  alles läuft in einer (jeweils eigenen) Umlaufbahn.“ (21:33)

Dieser Beweis zeigt die Falschheit der Vorstellung, dass die Sonne fix ist und sich nicht bewegt. Und er zeigt, dass diese Ansicht zurückgewiesen werden sollte.“ (Majmū’ Fatāwa wa Rasā’il al-Scheikh ibn `Uthaymīn, 6/195).

Zusammenfassung: Eines der Zeichen für den Beginn der Stunde ist, dass die Sonne im Westen aufgeht anstatt im Osten. Wenn das geschieht, wird es darauf hinweisen, dass der Beginn der Stunde sehr nahe ist. Zu der Zeit wird der Glauben dem Kāfir nicht im Geringsten nutzen.

Und Allāh weiß es am besten.

Islam Q&A

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Die kleinen und großen Zeichen des Tages der Auferstehung

Frage (Nr. 78329):

Welches sind die kleinen und großen Zeichen für den Tag der Auferstehung?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allāh.

Die Zeichen und Vorzeichen des Tages der Auferstehung sind Dinge, die vor der Auferstehung eintreten werden und die deren nahen Beginn ankündigen. Sie wurden in kleine und große Zeichen eingeteilt. Die kleinen Zeichen, zum größten Teil, geschehen lange Zeit vor der Auferstehung. Einige von ihnen sind eingetroffen und bereits vorüber – obwohl sie sich auch wiederholen können – und einige von ihnen sind erschienen und dauern an und einige von ihnen sind noch nicht eingetreten, doch sie werden es noch, wie der wahrhaftige Eine (der Prophet – Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) uns sagte.

Die großen Zeichen sind schwer wiegende Angelegenheiten, deren Erscheinen den nahen Beginn des Tages der Auferstehung ankündigt und darauf hinweist, dass nur noch wenig Zeit verbleibt, bis der gewaltige Tag kommt.

Die kleinen Zeichen der Stunde sind zahlreich und wurden in vielen sahīh Ahādīth erwähnt. Wir werden sie auflisten, ohne aber die Ahādīth anzuführen, denn das würde den Rahmen sprengen. Wir werden zu diesem Thema vertrauenswürdige Bücher nennen, wenn jemand sich näher damit und mit den Beweisen befassen möchte. Dazu gehören al-Qiyāmah al-Sughra von Scheikh `Umar Sulaymān al-Aschqar (dieses Buch ist in englischer Übersetzung erhältlich unter dem Titel „The Minor Resurrection“, herausgegeben von International Islamic Publishing House, Riyadh, Saudi Arabien) und Aschrāt al-Sā`ah von Scheikh Yūsuf al-Wābil.

Zu den kleinen Zeichen der Stunde gehören die folgenden: 

1. Die Entsendung des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm)

2. Der Tod des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm)

3.Die Eroberung von Jerusalem

4.Die Pest von Amwās (Emmaus), einer Stadt in Palästina

5.Die Verbreitung von Vermögen und ein mangelnder Bedarf an Almosen

6.Das Erscheinen von Fitan (Versuchungen), dazu gehören auch die Tötung von `Uthmān (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), die Kamelschlacht und die Schlacht von Siffīn, das Erscheinen der Khawārij, die Schlacht von al-Harrah und die Meinung, der Qur’ān sei erschaffen worden.

7.Das Erscheinen von Leuten, die Anspruch auf das Prophetentum erheben, wie der Lügner Musaylimah und al-Aswad al-`Anasi.

8.Das Feuer im Hijāz, welches Mitte des 7. Jahrhunderts n. H., 654 n. H., erschien. Das war ein gewaltiges Feuer, welches die Gelehrten der damaligen Zeit, als es erschien, und jene, die nach ihnen kamen, detailliert beschrieben. Al-Nawawi sagte: „Zu unserer Zeit gab es ein Feuer in Madīnah, im Jahre 654. Es war ein gewaltiges Feuer im östlichen Teil Madīnahs, außerhalb Harrahs, und das Wissen darüber verbreitete sich bis Syrien und darüber hinaus. Diejenigen der Bewohner Madīnahs, die dabei waren, berichteten mir davon.“

9.Der Verlust von Vertrauen – eine der Manifestationen des Vertrauensverlustes ist, dass die Angelegenheiten der Menschen jenen übertragen werden, die dafür nicht qualifiziert sind.

10.Das Schwinden des Wissens und Vorherrschen der Unwissenheit; das Wissen wird durch das Verschwinden der Gelehrten genommen, wie in al-Sahīhayn ausgesagt wird.

11.Die Verbreitung von Zina (Unzucht, Ehebruch)

12.Die Verbreitung von Riba (Zins)

13.Die Verbreitung von Musikinstrumenten

14.Der weit verbreitete Verzehr von Alkohol

15. Schafhirten wetteifern im Errichten hoher Gebäude.

16.Eine Dienerin gebärt ihre Herrin, wie in al-Sahīhayn ausgesagt wird. Es gibt unterschiedliche Ansichten der Gelehrten über das, was damit gemeint ist. Die von ibn Hajar bevorzugte Ansicht besagt, dass sich Ungehorsam unter den Kindern weit verbreiten wird, sodass ein Kind seine Mutter so behandeln wird, wie ein Herr seine Sklavin, mit Vernachlässigung und Beschimpfungen.

17.Die Verbreitung von Morden

18.Das Ausbreiten von Erdbeben

19.Erdrutsche, Transformationen und Steine vom Himmel

20.Frauen, die bekleidet, aber doch nackt sind.

21.Die Träume der Gläubigen werden wahr.

22.Falsche Zeugnisse verbreiten sich und wahre Zeugnisse werden verborgen.

23.Eine große Anzahl an Frauen

24.Das Land der Araber wird wieder voller Vegetation und Flüsse sein.

25.Der Euphrat wird einen Berg aus Gold aufdecken.

26.Wilde Tiere und leblose Gegenstände werden zu den Menschen sprechen.

27. Die Römer werden sich vermehren und die Muslime bekämpfen.

28.Die Eroberung von Konstantinopel 

Die großen Zeichen der Stunde sind solche, die vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) in dem Hadīth von Hudhayfah ibn Asīd genannt wurden, und es sind zehn: der Dajjāl, das Herabsteigen von `Īsa ibn Maryam (Jesus, Sohn der Maria), Ya’jūj und Ma’jūj (Gog und Magog), drei Erdrutsche – einer im Osten, einer im Westen und einer auf der Arabischen Halbinsel, der Rauch, das Aufgehen der Sonne von ihrem Ort des Untergangs, das Biest und das Feuer, welches die Menschen zum Versammlungsort treiben wird. Diese Zeichen werden nacheinander eintreffen und wenn das erste davon erscheint, folgen die anderen bald darauf.

Muslim berichtete, dass Hudhayfah ibn Asīd al-Ghifāri (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) kam zu uns heraus, als wir gerade diskutierten. Er fragte: „Worüber redet ihr?“ Sie sagten: „Wir sprechen über die Stunde.“ Daraufhin sagte er: „Sie wird niemals beginnen, bevor ihr nicht zehn Zeichen gesehen habt.“ Er erwähnte den Rauch, den Dajjāl, das Biest, das Aufgehen der Sonne von ihrem Ort des Untergangs, das Herabsteigen von `Īsa ibn Maryam (Friede sei auf ihm), Ya’jūj und Ma’jūj sowie drei Erdrutsche – einer im Osten, einer im Westen und einer auf der Arabischen Halbinsel – und als Letztes ein Feuer, das im Jemen entsteht und die Menschen zu ihrem Versammlungsort treibt.

Es gibt keinen sahīh Text, der die Reihenfolge nennt, in der diese Zeichen eintreffen, sondern der Ablauf einiger von ihnen wird dem Kontext der Überlieferungen entnommen.

Scheikh Muhammad al-Sālih al-`Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) wurde gefragt: „Werden die großen Zeichen der Stunde in einer bestimmten Reihenfolge erscheinen?“

Er antwortete: „Die Reihenfolge einiger großer Zeichen ist bekannt und im Falle anderer ist die Reihenfolge unbekannt. Zu denen, deren Reihenfolge bekannt ist, gehören das Herabsteigen von `Īsa ibn Maryam, das Erscheinen von Ya’jūj und Ma’jūj und des Dajjāl, denn der Dajjāl wird entsandt, danach wird `Īsa ibn Maryam herabkommen und ihn töten, dann werden Ya’jūj und Ma’jūj erscheinen.

Al-Safarīni (möge Allāh ihm barmherzig sein) listete die Reihenfolge der Zeichen in seiner `Aqīdah auf, doch manches an dieser Reihenfolge ist akzeptabel und anderes ist es nicht. Was aber zählt, ist, dass es große Zeichen der Stunde gibt und dass die Stunde nah ist, wenn sie einsetzen. Allāh hat die Vorzeichen der Stunde bestimmt, denn es ist ein ernstes Ereignis und die Menschen müssen wissen, wann es bevorsteht.“

(Majmū` al-Fatāwa, 2/Frage Nr. 137).

Und Allāh weiß es am besten.

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