Biographie über Ibn Kathir (700-774 n.H.)

Ibn Kathir (700-774 n.H.)[1]

 

Sein Name war Abi’l-Fidaa Ismail ibn Amr Ibn Kathir Ibn Zar‘ Al-Qaisi[2] Al-Dimashqi.

 

Imam Suyuti (gest. 911 n.H.) sagt: „Er ist im Jahre 700 n.H. geboren“[3]. Der Geburtsort ist ein Dorf namens „Mujaidel Al-Qarya“ östlich von Busra[4].

 

Ibn Kathir selbst berichtet, dass sein Vater gestorben ist, als er erst drei Jahre alt war. Wenige Jahre später zog die Familie nach Damaskus, wo Ibn Kathir sich mit dem Wissen beschäftigte.[5]

 

Sein Vater Shihabuddin Abu Hafs Umar ibn Kathir war ein Prediger, der eine guten Einfluss auf die Menschen wegen seiner Religiosität und seiner schönen Art beim Predigen hatte.[6]

 

Sein ältester Bruder, der ebenfalls Ismail hieß, konnte auch den Qur’an und einige andere Bücher auswendig. Deswegen war der Vater sehr traurig, als er vom Dach stürzte und nach einigen Tagen verstarb. Deswegen nannte er seinen neugeborenen jüngsten und letzten Sohn auch Ismail.[7]

 

 

Seine Lehrer

 

Aus den verschiedensten Quellen liest man heraus, dass Ibn Kathir 16 Lehrer hatte. Er hat von Imam Taqijyyddin Ibn Taymiyyah sehr viel gelernt und ihn auch sehr geliebt.[8]

 

Al-Asfahani und Adh-Dhahabi[9] zählten auch zu seinen Lehrern.

 

 

Sein Charakter und sein Wissen

 

Al-Husaini: „Er gab Rechtsgutachten (Fatawa) und unterrichtete, er führte öffentliche Podiumsdiskussionen (munadhara) und war hervorragend in Fiqh (Rechtswissenschaft), Tafsir (Qurankommentar), der arabischen Sprachwissenschaft (nahu) und vertiefte sich in die Wissenschaft der Männer (Biographien Wissenschaft der Überlieferer in den Überlieferungsketten) und den ‚Ilal[10] […]“[11]

 

Imam Ibn Hajar (gest. 852 n.H.) sagt in seinem Buch „Ad-Durar-al-Kamina“:„Ibn Kathir hat sich viel mit Hadith beschäftigt – sowohl mit dem Hadithtext (matn) als auch mit den Überlieferern der Überlieferungsketten (wörtl. „den Männern“). Er hatte Humor, wenn er sich unterhielt. Seine Bücher, von denen die Menschen (vor allem) nach seinem Tod profitierten, wurden noch zu seinen Lebzeiten verbreitet. Er war ein Muhadith Faqih (ein Hadithgelehrter, der gleichzeitig ein Rechtsgelehrter war)“.[12]

 

 

Seine Werke

 

Hafidh Ibn Kathir schrieb viele Bücher im Bereich der Qur’anwissenschaften (Ulum al-Qur’an), über Hadith, Tawhid, Fiqh, Sira, Biographien und Geschichte.Seine beiden bekanntesten und bedeutendsten Werke sind sein Qur’ankommentar „Tafsir al-Qur’an al-‚Adhim“, bekannt unter dem Namen „Tafsir Ibn Kathir“ und sein Geschichtswerk „Al-Bidaya wan-Nihaya“.

 

 

Sein Tod

 

Alle Quellen sind sich darüber einig, dass Imam Ibn Kathir – wie Ad-Dawudi (gest. 945 n.H.) in „Tabaqat Al-Mufassirin“ (1/113) schreibt – am Donnerstag, den 26. Sha’ban 774 n.H. gestorben und auf demselben Friedhof wie sein Lehrer Ibn Taymiyyah beerdigt worden ist.Ibn-Hajar Al-Asqalani (gest. 852 n.H.) schreibt in seinem Buch „Ad-Duraru al-Kamina“, dass Ibn Kathir am Ende seines Lebens blind wurde. Dies wird jedoch nur von Ibn Hajar überliefert.

 

 

__________________________________________________

 

[1] Aus: Dr. Jusuf Abdurahman Al-Mirashli, „Biographie von Ibn Kathir“, aus der Einleitung zum Tafsir von Ibn Kathir, erschienen im Dar Al-Ma’rifa Verlag. Al-Mirshali hat zahlreiche alte und neuere Quellen für die Biographie benutzt. Zu den alten gehören u.a.:

 

Ibn Kathir selbst in „Al-Bidaya wan-Nihaya“, Band 14, S. 33-34, Verlag: Dar al-Ma’rifa, Beirut, 1404 n.H..Ibn Abdulhadi (gest. 744 n.H.), „Tadhkiratu al-Hafidh“, (11/1) (liegt als Handschrift vor).Adh-Dhahabi (gest. 748 n.H.), „Al-Mu’jam al-Mukhtas“ (liegt als Handschrift vor) und „Tabaqat al-Huffadh“ (liegt als Handschrift vor).Abu al-Mahasin al-Husaini (gest. 765 n.H.), „Dhail Tadhkirat al-Hafidh“, S. 57.Ibn Nasir ad-Din (gest. 842 n.H.), „Radd al-Wafir“, S. 154.Ibn Hajar al-‚Asqalani, „Ad-Durar al-Kamina“, (1/373) und „Inba‘ al-Ghamar“, (1/39).

 

Diese Biographie von Al-Mirshali wurde in der „Al-Bidaya wan-Nihaya“-Ausgabe vom Dar Al-Ma’rifa Verlag abgedruckt und von dort als Grundlage unserer deutschen Zusammenfassung genommen.

 

[2] Ibn Hajar, Adurar al-Kamina (1/373).[3] Suyuti, „Dhail Tadhkiratu-l-Huffadh“, S. 361. [4] Al-Husaini, „Dhail Tadhkirat al-Huffadh“, S. 57.[5] Ibn Kathir, „al-Bidaya wan-Nihaya“, (14/33-34) (Ausgabe des Verlags Dar al-Kutub al-‚Ilmiyya).[6] Ibn Kathir, „al-Bidaya wan-Nihaya“, (14/33-34), Abschnitt zu den Ereignissen des Jahres 703 n.H..[7] ibid.[8] Ibn Hajar, „Ad-Durar Al-Kamina“, (1/374), und Ad-Dawudi, „Tabakat al-Mufasirin“ (1/112).[9] Ad-Dawudi, „Tabakat al-Mufassirin“, (1/112).[10] Scheinbare Widersprüchlichkeiten in Ahadith.[11] Al-Husaini, „Dhail Tadhkirat al-Huffadh“, S. 58.[12] Ibn Hajar, „Ad-Durar Al-Kamina“, (1/374).

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s