Imām Abu Muĥammad al-Barbahārī

Sein Name, Beiname und Herkunft:

Er ist der Imām, das Vorbild, der Mudjāhid, der Scheikh, der ĥanbalitische Gelehrte und der Größte seiner Zeit: Abu Muĥammad al-Ĥaşşan Ibn ‘Alī Ibn Khalaf al-Barbahārī – eine Zuschreibung zu Barbahār, einer Medizin, die von Indien importiert wurde.

Sein Geburtsort und der Anfang seines Lebens:

Die bestehenden Referenzen sagen nichts über seine Geburt oder sein anfängliches Leben aus. Aber es ist möglich, dass er in Bagdad geboren ist und dort aufwuchs. Desweiteren, saß al-Barbahārī mit einer Gruppe von den Gefährten des Imāms der Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā‘ah: Aĥmad Ibn Ĥanbal, möge Allah mit ihm gnädig sein. Er lernte bei ihnen und die meisten von ihnen, waren aus Bagdad gewesen, wie noch im Verlauf erklärt wird. Dies zeigt, dass er in einer Umgebung des Wissens und der Bewahrung der Şunnah aufwuchs. Dies hatte großen Einfluss auf seine Persönlichkeit.

Seine Lehrer und sein Streben nach Wissen:

Al-Barbahārī war hervorragend im Suchen nach Wissen und betrieb großen Aufwand, um es zu erwerben. Er nahm Wissen von den älteren Studenten von Imām Aĥmad Ibn Ĥanbal, leider werden in den bestehenden Referenzen nur zwei von ihnen genannt, sie sind:

1. Aĥmad Ibn Muĥammad Ibn al-Ĥadjādj Ibn ‘Abdul-‘Azīz Abu Bakr al-Marwazī: Der beispielhafte Imām, Gelehrte und Ĥadīth-Wissenschaftler, Schüler von Imām Aĥmad. Er starb am 6. Djumādah al-Awwal im Jahr 275 n.H. (16. September 888 n.Ch.)

2. Sahl Ibn ‘Abdullah Ibn Yūnuş at-Tuşturī, Abu Muĥammad: Der Imām, der Diener und derjenige, der bekannt ist für seine Lossagung dieser Welt. Viele weise Aussagen und bemerkenswerte Ereignisse, wurden von ihm berichtet. Er starb im Muĥarram des Jahres 238 n.H. (Juni 852 n.Ch.) im Alter von etwa 80 Jahren.

Sein Wissen und der Lob der Gelehrten über ihn:

Imām al-Barbahārī, möge Allah mit ihm gnädig sein, war ein beeindruckender und besonderer Imām, der mit der Wahrheit sprach und zur Şunnah rief und den Überlieferungen folgte. Er genoss Ansehen und Respekt der Führer. In seinen Versammlungen wurden Sitzungen über die Wissenschaft des Ĥadīth, Überlieferungen und Fiqh gehalten. Diese wurden von vielen Gelehrten des Ĥadīths und Fiqhs besucht.

Der Gelehrte, Abu ‘Abdullah sagt: „Wenn du eine Person aus Bagdad siehst, die Abu l-Ĥaşşan Ibn Bashār und Abu Muĥammad al-Barbahārī liebt, dann wisse, dass er eine Person der Şunnah ist.“

Sein hoher Status wird klar anhand dem, was sein Schüler, Ibn Battah, möge Allah mit ihm gnädig sein, sagte: „Ich hörte ihn – also al-Barbahārī – sagen, als die Leute vom Ĥadj (Pilgerfahrt) abgehalten wurden: „O Leute! Falls jemand Unterstützung in Höhe von hunderttausend Dinars und hunderttausend Dinars und hunderttausend Dinars benötigt, fünf Mal, dann werde ich ihn unterstützen.“ Ibn Battah sagte: „Fall er es gebraucht hätte, dann hätten (auch) sie es ihm gegeben.“

Was das Lob der Gelehrten über ihn betrifft, so wurde eine Menge berichtet:

Ibn Abī Ya‘lā sagte: „Er ist der Scheikh der Gemeinschaft in seiner Zeit und der Ausgezeichnetste, im Tadeln und Bekämpfen der Leute der Neuerung, mit Hand und Zunge. Und er genoss Ansehen und Respekt der Herrscher und der bekannten Leute des Wissens. Und er war einer der weisen Gelehrten, großartig und präzise im Einprägen der Texte, und einer der vertrauenswürdigen Gläubigen.“

Adh-Dhahabī sagte in al-‘Ibar: „[…] Er ist der beispielhafte Gelehrte und Scheikh der Ĥanbaliten in Irak, in Aussprache, im Handeln und im Festhalten an dem, was erlaubt ist. Er war hochgeachtet und genoss totalen Respekt.“

Ibn al-Djawzī sagte: „[…] Er nahm Wissen und Enthaltsamkeit von dieser Welt und war hart gegen die Leute der Neuerung.“

Ibn Kathīr sagte: „Der Bescheidene, der Mann des Wissens, der ĥanbalitische Gelehrte und Warner, war hart gegen die Leute der Neuerung und Sünde. Er hatte eine hohe Stellung und wurde respektiert von der Oberschicht und dem allgemeinen Volk.“

Seine Gottesfurcht und Enthaltsamkeit:

Imām al-Barbahārī war für beide dieser Eigenschaften bekannt. Das kann man an dem erkennen, was Ĥaşşan Ibn Bashār erwähnte: „ Al Barbahārī hat 70.000 Dinar, welche er von seinem Vater erbte, abgelehnt.“ Ibn Abī Ya’lā sagte: Al- Barbahārī bemühte sich sehr und hat für die Religion standgehalten.“

Seine Position mit Hinblick auf die Leute der Neuerung:

Imām al-Barbahārī, möge Allah mit ihm gnädig sein, war sehr streng gegen die Leute der Neuerung und der irregeleiteten Sekten, bekämpfte sie mit Hand und Zunge, dabei immer dem Weg der Ahlu s-Şunnah wa l-Djamā‘ah folgend, mit Hinblick auf den Umgang mit der Leuten der Neuerung und Irreleitung. Es war sein Anliegen, dass diese Religion rein (unverfälscht) bleibt und von all den Leuten der Neuerung und Irreleitung frei bleibt, welche sich danach sehnten, sich ihr (der Religion) anzuschließen. Sei es der Glaube der Djahmiyyah, der Mu‘tazilah, der Aschā‘irah, der Sufis oder der Schiiten und Rāfidah.

Er machte die Methoden deutlich, die von den irregegangenen Sekten angewandt wurden, um ihren Neuerungen gut zu sprechen, und er warnte uns vor dem Hineinfallen in ihre Weise und Methode. Er zeigte uns die deutlichen und klaren Umrisse, in denen er die Leute der irregegangenen Sekten und Neuerungen beschreibt. Es ist, als sehest du sie vor dir.

Alles in allem, war sein Standpunkt mit Hinblick auf die Leute der irregegangenen Sekten und Neuerungen, eine Haltung der Strenge und Bekämpfung aufgrund seiner Betroffenheit und Liebe zur Şunnah und aufgrund seiner Anstrengung, jeden Neuerer zu bekämpfen (widerlegen). Sein Standpunkt wird richtigerweise, als ein gutes Beispiel für die Haltungen der Imāme der Ahlu s-Şunnah gesehen, mit Hinblick auf die Leute der Neuerung, Irreleitung und Verfehlung.

Seine Schüler:

Eine große Anzahl von Schülern lernte von diesem Imām und profitierte von ihm, denn er war ein Beispiel in Wort als auch in Tat. Und zu diesen Schülern gehören:

1.      Der beispielhafte Imām und Gelehrte, Abu ‘Abdullah Ibn ‘Ubaydullah Ibn Muĥammad al-‘Ukbarī, bekannt als Ibn Battah, der im Muĥarram 387 n.H. (Januar 997 n.Ch.) starb.

2.      Der beispielhafte Imām, bekannt für seine weisen Aussagen, Muĥammad Ibn Aĥmad Ibn Işmā‘īl al-Baĝdādī, Abu l-Ĥuşşain Ibn Şam‘ūn, der Warner, bekannt für seine Taten und seinen Stellung. Er starb in der Mitte von Dhu l-Qi‘dah im Jahr 387 n.H. (November 997 n.Ch.).

3.      Aĥmad Ibn Kāmil Ibn Khalf Ibn Schadjarah, Abu Bakr

4.      Muĥammad Ibn Muĥammad Ibn ‘Uthmān, Abu Bakr, über den al-Khatīb al-Baĝdādī, möge Allah mit ihm gnädig sein, sagte: „Mir wurde berichtet, dass er ein asketisches Leben führte und dem richtigen Weg folgte außer, dass er manche Dinge überlieferte, die schwach und ohne Basis waren.“

Ein Blick in seine Worte:

Abu ‘Abdullah Ibn Battah, möge Allah mit ihm gnädig sein, sagte: „Ich hörte Abu Muĥammad al-Barbahārī sagen: „Das (Zusammen-)Sitzen, um aufrichtigen Ratschlag zu erteilen bedeutet, die Tür des Nutzens zu öffnen und das (Zusammen-)Sitzen, um zu debattieren bedeutet, die Tür des Nutzens zu schließen.“ Und er sagte: „Die Menschen sind in dauerhafter Verlockung.“

Seine Prüfungen und sein Tod:

Imām al-Barbahārī, möge Allah mit ihm gnädig sein, war angesehen und hatte eine Position des Respekts bei dem normalen Volk und bei der Elite. Er hatte ebenso Status in den Augen der Herrscher. Seine Feinde jedoch, von den Leuten der irregegangenen Sekten und Neuerung, hörten nicht auf, den Herrscher gegen ihn aufzuhetzen und in seinem Herz Hass gegen ihn zu ergründen. Dies war der Punkt, an dem der Kalif al-Qāhir im Jahre 321 n.H. (933 n.Ch.) seinen Minister Ibn Muqlah beauftragte, al-Barbahārī und seine Studenten zu inhaftieren. Al-Barbahārī versteckte sich, doch eine Gruppe seiner größten Studenten wurden festgenommen und nach Basra gebracht. Allah, der Erhabene, bestrafte Ibn Muqlah für seine Tat, indem er veranlasste, dass al-Qāhir Billāh sich über ihn erzürnte (wütend auf ihn war). So flüchtete Ibn Muqlah und wurde von seinem Posten entfernt und sein Haus verbrannt. Dann wurde al- Qāhir Billāh selbst am 6. Djumādah al-Akhīrah, 322 n.H. (23. Mai 934 n.Ch.) verhaftet. Er wurde von seiner Position verbannt und wurde in beiden Augen blind. Dann ermöglichte Allah, der Erhabene, dass al-Barbahārī zurückkehrte, zu seinem geehrten Ort.

Als Abu ‘Abdullah Ibn ‘Arafah, bekannt als Niftawaih, starb, wurde seine Beerdigung von vielen prominenten Leuten und Gelehrten besucht und das Gemeinschaftsgebet wurde von al-Barbahārī geleitet. Dieses geschah in Şafar im Jahre 323 n.H. (Januar 935 n.Ch.). Es war noch im selben Jahr, dass al-Barbahārīs Ansehen stieg und seine Worte gewichtiger und seine Studenten bekannter wurden, die sich unter den Leuten mischten, um die Neuerer zu kritisieren. Es erreichte den Punkt, dass wenn al-Barbahārī im westlichen Teil der Stadt war und nieste, seine Studenten darauf antworteten und sie waren so viele, dass der Kalif die Geräusche hörte, die sie in seinem (al-Barbahārīs) machten und deshalb fragte, was passiert sei. Als er informiert wurde, bekam er Angst. Die Neuerer hörten weiterhin nicht auf, zu versuchen, das Herz des Kalifen ar-Rādī gegen al-Barbahārī zu wenden. Soweit, dass ar-Rādī den Befehl an Badr al-Ĥaraşī, seinen Polizeichef, gab, in die Öffentlichkeit nach Bagdad zu reiten und anzukündigen, dass es den Studenten von al-Barbahārī nicht erlaubt ist, sich zu zweit zu treffen. Nachdem er sich vorher im Westen der Stadt niederließ, versteckte er sich wieder und ging nun heimlich in den Osten. Er starb in diesem Zustand im Jahre 329 n.H. (1940 n.Ch.).

Ibn Abī Ya‘lā sagte: „Muĥammad Ibn al-Ĥaşşan al-Muqri` überlieferte mir, dass er sagte: „Mein Großvater und ebenso meine Großmutter, berichteten mir folgendes: „Abu Muĥammad al-Barbahārī war versteckt bei der Schwester des Tūzūn im östlichen Teil der Stadt, in einer schmalen Gasse der öffentlichen Badeanstalt. Er war dort etwa ein Monat, dann hörte sein Blut auf zu fließen. Als al-Barbahārī starb, immer noch im Versteck, sagte die Schwester des Tūzūn zu ihrem Bediensteten: „Finde jemanden, der ihn wäscht.“ Also kam jemand, der ihn wusch und die Türe wurde verschlossen, sodass niemand davon wissen würde. Er stand alleine, um für ihn zu beten, als aber die Besitzerin des Hauses schaute, sah sie es voller Männer mit weißer und grüner Kleidung. Nachdem er das Totengebet beendete, sah sie niemanden (mehr) und rief dann ihren Bediensteten und sagte: „Du hast mich und meinem Bruder zerstört!“ Also sagte er: „Sahst du nicht, was ich sah?“ „ Ja“, antwortete sie. Er sagte: „Hier sind die Schlüssel für die Tür und sie ist immer noch verschlossen.“ So sagte sie: „Beerdige ihn in meinem Haus und wenn ich sterbe, beerdige mich in seiner Nähe […].“

Möge Allah Sich Imām al-Barbahārī erbarmen und ihm einen großen Lohn gewähren. Er war wahrlich ein Imām, ein Beispiel, Allah kennend und ein Befolger der Şunnah und ein Schwert gegen die Leute der Neuerung und Irreführung.

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