Dhul Hijjah und Nachfasten von Ramadan

Frage:

Ist es mir erlaubt, die sechs Tage des Shawwals mit der gleichen Absicht wie für das Nachholen der Tage, die ich wegen meiner Periode im Ramadan nicht gefastet habe, zu fasten?

Antwort:

Wer den Tag von ‘Arafah (oder den Tag von ‘Ashura) fastet, aber noch immer Tage vom Ramadan schuldig ist, dessen Fasten ist gültig. Aber wenn er die Absicht hat, diesen Tag zu fasten, um einen versäumten Fastentag von Ramadan nachzuholen, dann wird er zwei Belohnungen erhalten: die Belohnung des Fastens vom Tag von ‘Arafat (oder ‘Ashura), gemeinsam mit der Belohnung für das Nachholen des Fastens. Dies bezieht sich auf allgemeines freiwilliges Fasten, das nicht in Verbindung mit Ramadan steht. Betreffend dem Fasten von den sechs Tagen des Schawwals, so stehen diese in Verbindung mit Ramadan, und können nur gefastet werden, nachdem man das versäumte Fasten vom Ramadan nachgeholt hat. Wenn er sie fastet, bevor er das versäumte Fasten von Ramadan nachgeholt hat, dann wird er diese Belohnung nicht erlangen, da der Prophet (sallALLAHU alahi wa sallam) sagte:

“Wer Ramadan fastet und ihm dann mit sechs Tagen von Shawwal folgt, es wird sein, als ob er ein Jahr lang gefastet hat.”

(Muslim Nr. 1164)

Es ist bekannt, dass derjenige, der noch Fastentage vom Ramadan schuldig ist, Ramadan nicht gefastet hat, bis er die versäumten Tage nachholt.

Sheikh Ibn ‘Uthaymin Fataawa al-Siyaam, S.438

Und Shaykh Ibn ʿUthaymīn (rahimahullah) sagte:

„Wenn er die 10 Tage von Dhi-l-Ḥijjah oder den Tag von ʿArafah erlebt, so sagen wir: Faste das Nachholen von Ramaḍān in diesen (10) Tagen und vielleicht erlangst du den Lohn für das Nachholen und den Lohn für das Fasten dieser Tage. Und angenommen er erlangt nicht den Lohn für das Fasten in diesen Tagen, so ist das Nachholen immernoch besser als das freiwillige Fasten (was die Belohnung angeht).“

Sünden behindern das Wissen

Es besteht kein Zweifel, dass die Sünden und Fehler tiefe Spuren und Folgen in den Herzen der Menschen hinterlassen. Sie hinterlassen gräßliche und schädliche Spuren, welche nicht möglich sind, zu entfernen, außer mit aufrichtiger Reue.

Zu den Spuren der Sünden zählt die Abwendung vom Wissen, weil das Wissen Licht ist, dass Allah ta´aala in das Herz legt, bis die Sünde das Licht auslöscht. Als Imam Shafi’i sich in der Anwesenheit von Imam Malik hinsetzte und vor ihm las,  war Imam Malik in Erstaunen versetzt von seiner Klugheit, seinem Scharfsinn und seinem Verständnis und danach nahm  ihn Imam Malik zur Seite, um ihm zu sagen: „Ich sehe, dass Allah Licht in dein Herz gelegt hat, deswegen erlösche dieses nicht mit der Finsternis der Sünde.“
Einmal beschwerte sich Imam Shafi’i bei Waki, dass er sich die Unterrichte nicht im Gedächtnis behalten könne. Waki gab Imam Shafi’i den Ratschlag, die Sünden zu unterlassen und er sagte: „Wisse, dass Wissen Licht ist und das Licht Allahs keinem Sünder gegeben wird.“
[Ad-dâ Wa’d-Dawâ von Ibn Qayyim al-Jawziyya]

Das Vertrauen (auf ALLAH) und das Ergreifen der Mittel

Die Frage:

Es gab eine Diskussion über die Thematik des Vertrauens (auf ALLAH) und des Ergreifens der Mittel. Und das Vertrauen von einigen rechtschaffenen Leuten, wie das Vertrauen von Maryam, zu der Sommerfrüchte im Winter kamen und andersherum, jedoch ergriff sie keinerlei Mittel (dazu), vielmehr gab sie sich voll und ganz der Anbetung hin. Raten sie uns etwas diesbezüglich, möge ALLAH sie segnen.
Die Antwort:

Alles Lob gebührt ALLAH.
„Das Vertrauen verbindet zwei Dinge:
1. Sich auf ALLAH zu verlassen, der Glaube daran, dass Er der Versursacher der Mittel ist, dass Seine Bestimmung geschieht und dass Er die Angelegenheiten bestimmt, umfasst und niedergeschrieben hat. Gepriesen und erhaben sei Er.
2. Die Mittel zu ergreifen. Denn es gehört nicht zum „Vertrauen“ (auf ALLAH), dass man die Mittel vernachlässigt. Vielmehr gehört es zum Vertrauen, dass man die Mittel ergreift und nach ihnen handelt. Und wer sie vernachlässigt, der widerspricht dem, was ALLAH vorgeschrieben und bestimmt hat. Denn ALLAH -gepriesen und erhaben sei Er-  ordnete an, dass man die Mittel ergreifen soll und spornte dazu an und Sein Gesandter -ALLAHs Segen und Frieden auf ihm- ordnete dies auch an.
Demnach ist es dem Gläubigen nicht erlaubt, die Mittel zu vernachlässigen. Vielmehr ist man erst wirklich jemand, der (auf ALLAH) vertraut, wenn man die Mittel ergreift. Deshalb wird die Eheschließung vorgeschrieben, um Kinder zu bekommen und es wird der Geschlechtsverkehr (dafür) vorgeschrieben. Wenn aber jemand kommt und sagt: „Ich werde nicht heiraten und warte auf ein Kind, ohne zu heiraten“, dann würde er zu den Verrückten gezählt werden, denn dies machen nicht die mit Verstand. Genauso soll man nicht Zuhause oder in der Moschee sitzen und danach streben, dass Spenden und Versorgungen zu einem kommen. Vielmehr muss man beim Suchen der erlaubten Versorgung bestrebt sein, etwas tun und sich abmühen.
Und Maryam -möge ALLAH ihr barmherzig sein- hat nicht auf die Mittel verzichtet.

Denn ALLAH sagte ihr:
„Und schüttle zu dir den Palmenstamm, so lässt er frische, reife Datteln auf dich herabfallen.“ [Maryam:25]

Sie schüttelte den Palmenstamm und ergriff die Mittel, bis die frischen Datteln herunterfielen. Somit hat sie nicht von den Mitteln abgelassen. Und dass die Versorgung bei ihr war und dass ALLAH sie ehrte und ihr einen Teil des Lebensunterhaltes ermöglichte und sie mit einem anderen Teil beschenkte, bedeutet nicht, dass sie die Mittel vernachlässigte. Vielmehr betete sie ALLAH an, ergriff die Mittel und handelte nach ihnen.
Und wenn ALLAH einigen Seiner Freunde unter den Gläubigen einige Wunder herabsendet, so gehört dies zu Seinem Vorzug -gepriesen und erhaben sei Er. Dies beweist aber nicht, dass man die Mittel vernachlässigt.
Von ihm -ALLAHs Segen und Frieden auf ihm- wurde bereits bestätigt, dass er sagte:
„Strebe nach dem, was dir nützt, bitte ALLAH um Hilfe und sei nicht schwach.“
Überliefert von Muslim (2664).

ALLAH -gepriesen sei Er- sagte:
„Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe.“ [Al-Fatiha:5]“

Der geehrte Schaikh ‘Abdul’aziz Ibn Baz, möge ALLAH ihm barmherzig sein.

Aus „Fatawa Nur ‘ala Ad-Darb“ (364/1).

…unter dessen Fußsohlen…

An-Nu`maan Ibn Baschier, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagen: 

Unter denjenigen, der mit der geringsten Pein am Tage der Auferstehung bestraft wird, ist derjenige, unter dessen Fußsohlen jeweils zwei Feuer gluten gestellt werden, von denen sein Kopf kocht. 
[Sahih Muslim Nr. 313 (im arabischen)]

Regeln für das Schlachten der Opfertiere

Wann ist die Zeit, zu der das ‚Id-Opfertier (Al-Udhiya) geschlachtet wird?

36651: Die Zeit für das Schlachten des ‚Id-Opfertieres (Al-Udhiya)


Die Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Die Zeit für das Schlachten des ‚Id-Opfertieres (Udhiya) beginnt nach dem ‚Id-Gebet vom Opferfest (‚Id Al-Adha) und endet mit dem Sonnenuntergang des dreizehnten Tag von dem Monat Dhul-Hijja. Das bedeutet, dass die Tage des Schlachtens vier sind, nämlich der Tag des Opferfestes und die drei nachfolgenden Tage.
Es ist besser, dass man sich beeilt, und nach dem Festtagsgebet (Salat Al-‚Id) zu schlachten, wie es der Gesandte Allahs, Allah Segen und Frieden auf ihm, getan hat. Dann ist das Opfertier das erste, was an dem Festtag (‚Id) verzehrt wird.
Imam Ahmad überliefert (22475) von Burayda, möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass er sagte: „Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, pflegte es am Festtag vom Fastenbrechen (‚Id A-Fitr) nicht hinauszugehen, bis er nicht gegessen hat. Und am Festtag vom Opferfest pflegte er es nicht zu essen, bis er nicht zurückgekehrt ist. Dann aß er von seinem ‚Id-Opfertier. (Al-Udhiya)“

Az-Zayla’i überliefert in „Nasb Ar-Raya“ (2/221) über Ibn Qattan, dass er diesen Hadith als authentisch (Sahih) eingestuft hat.
Ibn Al-Qayyim, möge Allah ihm barmherzig sein, sagte in „Zad Al-Ma’ad“ (2/319):
„ ‚Ali Ibn Abi Talib sagte: „Die Tage des Schlachtens sind der Tag des Schlachtens und die drei nachfolgenden Tage. Dieses ist die Rechtsmeinung (Madhhab) von Al-Hasan, dem Imam der Leute von Basra, von ‚Ata ibn Abi Rabah, dem Imam der Leute von Mekka, von Al-Awza’i, dem Imam der Leute von Scham, und von dem Imam der Rechtswissenschaftler des Hadith (Fuqaha Al-Hadith), nämlich Imam Asch-Schafi’i. Diese Ansicht wählte auch Ibn Al-Mundhir aus. Diese drei Tage sind speziell, da sie zugleich auch die Tage von Mina sind, die Tage des Werfens (auf die Jamarat) und die Tage des Taschriq. Das Fasten in ihnen ist verboten. Sie sind somit diesbezüglich urteilsgleich. Wie sollte sich dann die Erlaubnis des Schlachtens (in ihnen) davon unterscheiden, ohne jeglichen religiösen Beleg oder Konsens? Es wurde vom Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, über zwei Wege, welche sich gegenseitig verstärken, überliefert, dass er sagte: „Ganz Mina ist ein Ort des Schlachtens, und die ganzen Tage von Taschrik sind (Tage) des Schlachtens.““

[Ende des Zitats]

Die Überlieferung wurde von Schaikh Al-Albani in seiner „As-Silsala As-Sahiha“ (2476) als authentisch (Sahih) eingestuft.

Schaikh Ibn ‚Uthaimin sagte in „Ahkam Al-Udhiya“ bezüglich der Zeit des Schlachtens vom ‚Id-Opfertier:

„Vom Festtagsgebet am Tag des Schlachtens bis zum Sonnenuntergang des letzten Tages der Tage von Taschriq, und das ist der Dreizehnte von Dhul-Hijja. So sind die Tage des Schlachtens vier: Der Tag vom Festtagsgebet, nach dem Gebet, und die drei ihm nachfolgenden Tage. Wer nun vor der Beendigung des Festtagsgebets oder nach dem Sonnenuntergang des Dreizehnten von Dhul-Hijja schlachtet, sein Schlachtopfer ist nicht angenommen. Falls er jedoch einen Entschuldigungsgrund hat, wegen dem er nach den Tagen des Taschriq schlachtet, wie das beispielsweise sein Schlachttier flüchtet, und er es erst nach dem Verstreichen dieser Tage wiederfindet, oder dass derjenige, welchen er mit dem Schlachten beauftragt hat, es vergisst zu schlachten, bis die Zeit verstrichen ist, dann gibt es keinen Einwand dagegen, dass er nach dem Verstreichen der Zeit schlachtet, aufgrund einer Entschuldigung (‚Udhr), sowie aufgrund des Folgeschlusses auf die Situation desjenigen, welcher das Gebet verschlafen oder es vergessen hat zu verrichten, denn dieser verrichtet es, nachdem er aufgewacht ist oder sich erinnert.
Das Schlachten des Opfertieres ist zu Tag und Nacht erlaubt, wobei das Schlachten am Tag vorrangiger ist, sowie am Festtag nach den zwei Predigten (vom Gebet). Und jeder Tag ist besser als derjenige, der ihm folgt, aufgrund dessen, was es dies an Eile bei der Verrichtung der guten Tat mit sich bringt.“
In den Rechtsurteilen des Ständigen Komitees (11/406) wurde gesagt:
„Die Tage des Schlachtens vom Opfertier bei Durchführung der Hajj in Art von At-Tamattu‘ oder Qiran, sowie für das ‚Id-Opfertier, sind vier Tage: Der Tag vom ‚Id und die ihm drei nachfolgenden Tage. Die Zeit für das Schlachten endet, nach der richtigsten Aussage der Gelehrten, mit dem Sonnenuntergang des vierten Tages.“
[Ende des Zitats]

Und Allah weiß es am besten.

Islam Q&A